Schauspielhaus

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Tartare Noir, Schauspielhaus Beiers Trilogie über die Verderbtheit des Menschengeschlechts hat hier ihren moralischen Tiefpunkt und damit auch ihren Abschluss erreicht. Nach so viel niederschmetternde Analyse darf jetzt auch gerne wieder ein konstruktiver Blick in die Zukunft kommen. Für eine Spielzeiteröffnung nicht unbedingt ein gelungener Auftakt. Pessimistischer kann ein Beginn kaum ausfallen. (© Thomas Aurin)

Effi Briest, Schauspielhaus Die Inszenierung ist ein grandioses Machmerk von Clemens Sienknecht und Barbara Bürk. Obwohl es viele Anlässe zum Lachen an diesem Abend gibt, gelingt es dem Regie- und Schauspielerteam die Tragik ebenfalls genügend Raum zu geben. (© Matthias Horn)

Rose Bernd, Schauspielhaus Karin Henkel hat ihre wunderbar dichte, stringente und durchdachte Inszenierung des Hauptmann-Stoffes zuerst bei den Salzburger Festspielen und jetzt auch in Hamburg gezeigt. Mit Lina Beckmann in der Titelrolle, dem Fantasieräume öffnenden Bühnenbild von Volker Hintermeier, einem tollen Ensemble und dem Atmosphäre schaffenden Chor ist eine berührende Aufführung gelungen, der in dieser Spielzeit hoffentlich noch etliche in ähnlicher Qualität folgen werden. (© Lalo Jodlbauer)

Der zerborchne Krug, DSH Selten hat ein Regisseur den Stoff von Kleist so analytisch inszeniert wie Michael Thalheimer am Schauspielhaus. Er hat in seiner Kernbohrungsregie das Stück aller seiner Klamaukverführungen entledigt und damit seinen wahren Inhalt freigelegt. (© Matthias Horn)

Ich kann nicht mehr, DSH Pollesch glaubt nicht mehr an das politische Theater, das ist spätestens mit dieser Arbeit klar geworden. Doch auch der Rückzug ins Private bietet keinen Rückhalt mehr. Wenn sich selbst Küken bewaffnen, ist kein Nest mehr in Sicht.

Trilliarden, DSH Ulrike Lausund hat ein neues Bühnenstück entworfen. In kleinsten Sprech-Einzel-Szenen entstehen Bühnenfiguren, die sich stellvertretend für den Zuschauer über Leben, Tod, Religion und Gott Gedanken machen. Der Wiedererkennungswert ist zunächst hoch. Erst allmählich schleichen sich ernsthaftere Töne ein....(© Klaus Lefebvre, 2017)

Iphigenie, New Hamburg Wer ein leicht eingängiges autobiographisches Selbsterfahrungstheater mit Veddelbewohnerinnen zum Thema "Zwangsverheiratung" erwartet hatte, wurde enttäuscht. Denn hier wurde unter der Regie von Paulina Neukampf ein Theaterabend mit viel Originaltext und hohem künstlerischem Anspruch gegeben...

The Who and the What, DSH Ein intelligentes Stück, das unter der sensiblen Regle von Karin Beier bestens zur Geltung kam. Das lag nicht zuletzt an der tollen Besetzung, allen voran mit Lina Beckmann als fragender, kämpferischer Zarina und Ernst Stötzner als warmherzigem und nur vordergründig autoritärem Vater.

Versuch über die Pubertät, DSH taz: "Ohne Sog oder verführerisches Chaos..." (Fotos © Maurice Kohl)

Der Allmächtige, Schauspielhaus Auch wenn das Ergebnis nicht vollends befriedigend ausfällt: Dass Karin Beier aber in ihrem Haus freien Gruppen wie Rimini Protokoll und Ginsterdorfer/Klaßen den Raum zur Erkundung mit neuen Mitteln bietet, kann zur Erfrischung und Anregung der Staatstheaterlandschaft in Hamburg nur begrüßt werden. Berlin ist schließlich nur knapp über eine Stunde mit dem Zug entfernt.

Lügen, Junges SH Drei mögliche hoffnungsvolle Schlüsse für eine erschütternde Geschichte, der das jugendliche Publikum mit großer Aufmerksamkeit und Anteilnahme folgte. Unter der Regie von Klaus Schumacher entstand eine Umsetzung, die konzentriert, schnörkellos und mitnehmend war. So ermöglichte der Abend auch die Parallelität zu Konflikten in deutschen Täterfamilien zu ziehen, ohne explizit darauf hinzuweisen.

Warten auf die Barbaren, DSH J. M. Coetzee hatte seinen Roman noch als klar erkennbare Analogie auf die Zustände in Südafrika geschrieben. Heute kann man ihn als aktuelle Beschreibung der Paranoia nach 9/11 lesen. Die Regisseurin Maja Kleczewska lässt nicht nur von den Folterungen berichten, sie zeigt sie auch....

Hysteria, DSH Karin Beier liefert hier ein Theaterexperiment. In den Glaskasten setzt sie eine bürgerliche Gesellschaft vor die Augen der bürgerlichen Zuschauer. Sie dürfen ihnen beim Angsthaben zuschauen und in der Übersteigerung ihren eigenen Wahnsinn erkennen.

Die Wehleider, DSH Marthaler legt hier gleich die gesamte EU auf die Coach und schickt sie vor ein Welttribunal, vor das sonst eher afrikanische Diktatoren zitiert werden. Das soll aufrütteln und wird dabei auch überdeutlich. Den gewohnten Marthaler-Stil der melancholischen Langeweile verweigert er seinen Zuschauern hier.

Yvonne, DSH Er hat mit der Schauspielern der Theaterakademie aus dem Stück von Witold Gombrowicz eine tolle schnelle Farce inszeniert, die die Fassadenmenschen gekonnt demaskiert. Zum Schluss liegt das Halbrund des Salons offen da, die zahlreichen Türen sind zur Seite geklappt, der Hof liegt wie auf dem Präsentierteller. (© Matthias Baus)

Supergute Tage, JDSH Aufmerksam verfolgen die Jugendlichen die Entwicklung Christophers und bejubeln zum Schluss das Ensemble.

Jeder Engel ist schrecklich, Theaterfestival So hat er in seinen 10 Elegien, die nach ihrem ersten Entstehungsort "Duineser Elegien" heißen, in einem assoziativen Gedankenstrom Klagen über dieses andauernde Verlieren verfasst. Das Schauspielerpaar Franziska Walser und Edgar Selge hat diese Elegien auf die Bühne gebracht.

Brain Projects, Schauspielhaus Wer bin ich? Formt mein Gehirn mein Sein? Was bin ich ohne mein Gehirn? Bestimmt die Größe meines Gehirn mein Bewusstsein? Bin ich etwa mein Gehirn? Eine Neurowissenschaftlerin, ein Neurokritiker und eine ehemalige Komapatientin versuchen in ihren Brain Projects das Gehirn zu ergründen.

Unterwerfung, Schauspielhaus dlf. ""Unterwerfung" am Deutschen Schauspielhaus Kluge wie geradlinige Roman-Verdichtung..."

Apathie für Anfänger Doch der Fall ist kompliziert. Er beruht auf tatsächlichen Ereignisse im Schweden der nuller Jahre. Kinder von Asylsuchenden wurden von einer Apathie befallen. Sie aßen, tranken nicht mehr und blieben im Bett liegen. Die einen vermuteten ein posttraumatisches Stresssyndrom und die anderen Simulantentum bis zur absichtlichen Vergiftung durch die Eltern. Ein riesige Auftrittsfläche für politische Akteure jeder Couleur war bereitet und wurde genutzt...

Terror, Schauspielhaus Da hat der Regisseur wenig zu tun. Folgerichtig gab es in Hamburg nur eine "Einrichtung" durch Jörg Bochow und Rita Thiele. Ein argumentativ spannendes, professionell umgesetztes und intellektuell anregendes juristisch-philosophisches Rollenspiel ist es ohne Zweifel geworden, aber braucht es dafür unbedingt eine Staatstheaterbühne zur Realisierung? Birgit Schmalmack vom 30.05.16

Die Physiker, Schauspielhaus Diese Erkenntnisse vermittelt Regisseur Sebastian Kreyer im Schauspielhaus in 90 kurzweiligen Minuten. Auf der Drehbühne steht ein Puppenhaus, im dem sich nichts verstecken lässt. Alles ist zum Abgreifen offen, für wen auch immer. Kreyer nutzt das Witz-Potential eines Irrenhauses-Inventars bis an die Klamaukgrenze aus.

Peer Gynt, Schauspielhaus NDR: "Hamburg: Ibsens "Peer Gynt" als Soap Opera..."

Geächtet, Schauspielhaus Diese vier Personen sind der Inbegriff des New Yorker Meltingpots, in dem jeder es schaffen kann. Sie geben sich aufgeschlossen, aufgeklärt und kulturell emanzipiert. An diesem Abend wollten sie sich eigentlich in ihrer großen multikulturellen Toleranz feiern und müssen sich nun eingestehen, dass sich ihr schönes amerikanisches Upperclass-Wir in Luft aufgelöst hat. (© Thomas Aurin)

Die Schule der Frauen, Schauspielhaus Nachtkritik: "Herbert Fritsch inszeniert Molière am Hamburger Schauspielhaus konsequent auf seinen Hauptdarsteller Joachim Meyerhoff hin..."

Der Entertainer, Schauspielhaus Christoph Marthaler hat hier einen Abend angerichtet, der einen Abgesang auf das Theater der handgemachten Unterhaltung anstimmt. Hier wird eine Bühnenform zu Grabe getragen, das es nicht mehr gibt. Angesichts mancher Witze, die hier in purer Verzweiflung aus der Mottenkiste gezogen werden, mag das keiner bedauern. (Foto: Matthias Horn)

Schiff der Träume, Schauspielhaus So wird das erste Drittel des Abends dem mehr oder weniger gepflegten Schwelgen im Luxus der Künstler-Arroganz gewidmet, das schon den Abgesang auf die eigene Art anstimmt. Dann plötzlich wird ihre „Feier“ der vermeintlichen westlichen Erhabenheit gestört: Ein Flüchtlingsboot ist gekentert und der Kapitän hat die Insassen an Bord geholt...(© Matthias Horn)

Die Kassette, Schauspielhaus Der arme Krull zappelt zwischen den beiden Damen-Polen hin und her. Eine Ausgangslage, wie geschaffen für den Regisseur Herbert Fritsch, der ein Händchen im Ausstellen solcher menschlichen Bredouillen hat...(© Thomas Aurin)

Ich, das Ungeziefer, DSH Abendblatt: "Hier zeigt sich, was Schauspiel kann" (Foto: Thomas Aurin)

Drei Schwestern, DSH Die grandiosen Schauspieler vom Schauspielhaus Zürich machen den dreistündigen Abend der absurd komischen Melancholieausbreitung zu einem Highlight der Schauspielkunst. Besonders den drei Hauptdarstellerinnen schaut man bei ihrer psychologisch fein beobachteten Suhlerei im Opfersein bewundernd zu. Doch auch alle weitere Rollen sind perfekt besetzt und laden zur weitergehenden Analyse ein. (Foto: Matthias Horn)


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