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Ein Abend mit Herta Müller, Schauspielhaus Die Zuschauer/Innen erlebten eine Künstlerin, die sich nicht hinter ihrem Werk versteckt. Sie ist eine Frau, die genau weiß, woher sie stammt. Über die intellektuelle und persönliche Herausforderung der eigenen Identitätserkundung weiß sie eine Menge zu erzählen.

Die unendliche Geschichte, Schauspielhaus Spaan gelingt es trotzdem dank seines perfekt harmonierenden Dreierteams all die Figuren aus dem Buch ohne jeden Kostümwechsel lebendig werden zu lassen. Er belegt mit seiner Inszenierung die Kraft eines Buches, selbst wenn dieses Buch auf einer Bühne vorgelesen und umgesetzt wird. (© Sinje Hasheider)

Das Schloss, Schauspielhaus Victor Bodo hat aus dem unvollendeten Roman von Franz Kafka eine andeutungsreiche Inszenierung geschaffen, die das Premierenpublikum am Samstag begeisterte. Zu Recht. Das Bühnenbild spricht für sich. Das Ensemble brilliert in allen Rollen. (Foto:Thomas Aurin)

Der goldene Handschuh, DSH Die Inszenierung interessiert sich mehr für das Milieu, in dem die Ertrinkenden sich gegenseitig vor dem Absaufen zu retten versuchen. Vergeblich. Sie gehen zusammen unter.

Das Totenfest, Schauspielhaus Ostendorf lässt in jedem seiner Sätze so viel Mehrdeutigkeit anklingen, dass er sich stets in unangreifbarer Entfernung zurückziehen kann. Behren versucht dies mit offensivem Körpereinsatz von choreographischer Eloquenz zu quittieren. Beide spielen zu sehr mit dem "Als-ob", als dass das Existenzielle dieser Beziehung zu spüren wäre.

Menschen, Göttern gleich, New Hamburg Der Besuch auf der Veddel lohnt sich trotz des unerwartet schnellen Endes auf jeden Fall. Wie hier in einem von der Hochkultur vernachlässigtem Stadtteil eine wenig genutzte Kirche mit neuem kulturellen Leben gefüllt wird, ist sehenswert. Umso mehr wenn es dabei gesellschaftlich relevante Fragen mit künstlerischen Anspruch verhandelt.

Rainer Gratzke oder Das rote Auto, Malersaal Man mag sich als Theaterzuschauer/In an ein anderes "Endspiel" erinnern. Doch während Beckett in seinem Endspiel mit Allegorien arbeitete, die weit über sich hinauswiesen, begnügt sich Rachut damit den Horror des Endes zu bebildern.

Lazarus, DSH Regisseur Falk Richter hat am Schauspielhaus "Lazarus" als eine überengagierte Musical-Allegorie eingerichtet. Er hat dafür zum Mittel der ständigen Reizüberflutung gegriffen. Er reicherte das Musical mit so vielen Glitzer-Showeffekten, Videobildern, rotierenden Bühnenbildern und ständigem Kostümwechseln an, dass einem beim Zuschauen schwindlig werden kann. Er wollte die abstruse Oberflächlichkeit des Show-Bizz vorführen und gleichzeitig Parallelen zur potenzierten Reizüberflutung des Internetzeitalters aufzeigen.

Sophie Passmann, DSH Der Abend lebte weniger von den inhaltsschweren Erkenntnisse, die sich durch die geschilderten Interviews ergaben, sondern vielmehr von Passmanns kabarettistischen Einlagen am Rande. Ihre Anekdoten, in denen sie ihre bisherigen Lesereisen mit bissigen Bemerkungen schilderte, trieben die Lachquote mehr in die Höhe als die gelesenen Passagen.

Anatomie eins Suizids, DSH Alleine formal ist dieses Theaterexperiment schon faszinierend. Doch auch als Theaterabend ist es geglückt. Denn auch schauspielerisch, darstellerisch und inhaltlich beschert es zwei spannende Stunden im Schauspielhaus.

Die Nibelungen, DSH Die bewährten Schauspieler haben unter der Regie von Clemens Sienknecht und Babara Bürk wieder einen sichtbaren Spaß an ihrer Veralberung der Vorlage. Nach Anna Karenina und Effi Briest jetzt die Nibelungen. Ihr Rezept dazu bleibt gleich: Verdauliche Häppchen unterbreiten die Darsteller ihrem begeisterten Publikum.

Häuptling Abendwind Marthaler versucht eine Parodie auf heutigen Rassismus. "National ist etwas, wenn kein anderer einen mehr versteht", wird zum Motto seiner Kolportage.

Serotonin, Schauspielhaus Falk Richter bezieht in seiner Inszenierung "Serotonin" klare Position zu dem neuesten, gleichnamigen Roman von Houellebecq. Er stellt sich in ironischer Distanz zu diesem überbordenden, selbstmitleidigen Ergüssen eines Mannes in der Midlifecrisis.

Probleme, Probleme, Probleme, DSH Doch Rois spielt sie alle an die Wand. Sie vermag selbst den bis zur Sinnlosigkeit mäandernden Textfragmenten noch die Illusion von Inhalt zu geben. Von ihr könnte Pollesch auch das sprichwörtliche Telefonbuch vortragen lassen.

Bluets, DSH Regisseurin Katie Mitchell choreographiert aus diesen Texten einen wunderbar poetischen Abend, der in eine meditative Stimmung versetzt. Er ist technisch bis ins kleinste Detail durchkonstruiert und kommt dennoch leicht und schwebend daher.

Siri Huvstedt, DSH Huvstedt serviert ihre kritischen Kommentaren stets überaus charmant, auch wenn ihre Botschaften klar feministisch sind. Dass bei Frauen immer nach dem schöpferischen Mann hinter dem Werk gesucht wird, merkt sie mit einem freundlichen Lächeln an. So deckt sie auch in diesem Buch wieder einen Kunstraub auf. Das weltberühmte Urinal von Marcel Duchamps ist in Wirklichkeit von der Frühen Dadaisten Elsa von Freytag-Loringhoven.

Die Übriggebliebenen, DSH Familie bedeutet Zerstörung. Davon zeugen die drei Familiengeschichten ( den Theaterstücken "Vor dem Ruhestand", "Ritter, Dene, Voss" und dem Roman "Die Auslöschung. Ein Zerfall"), die Thomas Bernhard geschrieben hat und die Regisseurin Karin Henkel nun im Schauspielhaus zu einem Horrorkabinett zusammengefügt hat.

Wer hat Angst vor V.W.?, DSH Devid Striesow und Maria Schrader sind eine Idealbesetzung für die Hauptrollen. Sie sind absolut gleichwertige Sparringspartner für den Ring, den Regisseurin Karin Beier ihnen auf der Bühne des Schauspielhauses eröffnet.

Präsidentinnen, Malersaal Bodo verzichtet leider darauf, den Text in all seiner Kunstfertigkeit, Sprachverliebtheit, Boshaftigkeit und Schärfe für sich sprechen zu lassen. Dass man den drei Frauen dennoch gerne zusieht, liegt an den drei hervorragenden Darstellerinnen, die es selbst bei all den Oberflächeneffekten schaffen von ihren Verletzungen, ihrer Engstirnigkeit, ihrer Verbitterung und ihrer Beschränktheit zu erzählen.

Schlafende Männer, DSH Was vom Setting an Yasmina Rezas "Gott des Gemetzels" erinnert, entwickelt sich bei Martin Crimp völlig anders. Hier gibt es keine Fallhöhe, aus der die Figuren zu Boden stürzen; sie entlarven sich in den ersten Minuten ihres Auftrittes selbst mit ihren eigenen Worten. Hier muss ihnen kein anderer die Maske von Gesicht reißen, hier wird keine Fassade aufgebaut, die später einstürzt.

Jenseits der Nationen, DSH Die Zukunft selbst in die Hand nehmen. Dann haben sich die Initiatoren des Balkony Projektes vorgenommen. Am Samstag, den 10.11.18 haben sie 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges die Europäische Republik ausgerufen.

Antigone, JSH Anne Bader macht aus der Tragödie, die sich eigentlich nicht als ideales Jugendstück anbietet, eine stark verkürzte und dezidiert körperbetonte Inszenierung, die klare Fronten zeichnet. Antigone ist die Mutige, die alles wagt. Kreon ist dagegen der Machtmensch, der Patriarch und der Frauenverächter.

König Lear, DSH Beier entwirft eine Vielzahl an Deutungsmöglichkeiten. Diese Uneindeutigkeit verzichtet auf eine klare Linie in dieser Regiearbeit, aber auch auf die provozierende Auseinandersetzung, die sie mit ihren früheren Inszenierungen stets hervorrief.

about blank, New Hamburg Mit viel Sinn für Ironie wurde die Beschränktheit der eigenen Mittel vom Regisseur Dor Aloni so rigoros hinterfragt, dass jegliche aufkommende Kitschmomente geschickt gebrochen wurden. (Foto: Christian Bartsch)

Dauernd dazwischen, New Hamburg Unter der Regie von Raphael Merkle und unter der Mithilfe der Dokumentarfilmerin Dorothea Griesbach ist daraus ein runder, klug geschnittener Abend geworden, der einfühlen lässt in ein Leben unter dem Damoklesschwert der Duldung und damit der ständigen Angst vor einer Abschiebung.

Zonck, New Hamburg In "Zonck" entsteht ein liebevoller Bilderreigen über eine Kneipe unterhalb der wirtschaftlichen Effektivität. Dabei werden auch die Streitpunkte nicht ausgespart, aber nur so weit humorvoll ausgetragen, dass sie mit einem Bier oder einer Wurst gelöst werden können. (Foto: Christian Bartsch)

Wolli Indienfahrer, DSH Das Schauspielhaus war gut gefüllt. Viele wollten hören, was Hubert Fichte aus der Kiezlegende Wolli Köhler in einem seiner veröffentlichten Interviews herauslockte. In einer inszenierter Lesung wollte Rocko Schamoni damit an seinen letztes Jahr an einem Schlaganfall verstorbenen Freund erinnern.

Am Königsweg, Schauspielhaus alk Richter lässt nichts aus, um Jelinek Wortgespinste im „Am Königsweg“ auch über dreieinhalb Stunden auf keinen Fall langweilig werden zu lassen. Er lässt die mäandernden Wortschleifen der Nobelpreisträgerin nie nur für sich sprechen sondern, bebildert sie so ausgiebig, als wolle es gegen jedes Wortgebilde ein sichtbares aus Projektionen, Figuren, Fotos, Filmen, Verkleidungen, Requisiten stellen.

Demian, Schauspielhaus Der Roman von Hermann Hesse ist auf der Bühne des Jungen Schauspielhauses von Moritz Beichl mit einem klaren Konzept und dem tollen Ensemble (allen voran: Gabriel Kähler als Emil) sensibel umgesetzt. Die beweglichen, halbtransparenten Schiebewände stehen dabei sowohl für die vielen Fragen, die dieses Stück stellt, aber auch für die Antworten, die es nur andeutet, und so auch nach der Aufführung noch Stoff zum Weiterdenken bietet. (© Sinje Hasheider.)

Anna Karenina , Malersaal So gelingt die zweite Folge der Reihe "Die berühmtesten Seitensprünge der Geschichte" von Clemens Sienknecht und Barbara Bürk aufs Beste. Dennoch wird es die letzte sein. Es folgen nun die "Nibelungen", wie der Moderator am Schluss in Aussicht stellte. Man darf gespannt sein.

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