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Caesar, Schausspielhaus Foto: Oliver Fantitsch

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Silvesternacht, opera stabile So ist diese Musiktheaterproduktion unter der Regie des jungen niederländischen Regisseurs Mart Van Berckel ein in sich stimmiges und mit kleinen wohltuend irritierenden Elementen versehenes Gesamtarrangement geworden, das viele Andockungsmöglichkeiten anbietet. Und dabei bewusst zwischen den Bezugsrahmen hin- und herwandert und dem Publikum zutraut, seine eigenen Geschichten in diesem Traumspiel zu entdecken.(Foto: Niklas Marc Heinecke(

All ünner een Dannenboom, Ohnsorg Mit viel Sinn für Situationskomik, absurde, rührende und auch nachdenkliche Momente hat der Regisseur Murat Yeginer das Erfolgsstück „Alle unter einer Tanne“ des Drehbuchautors Lo Malinke inszeniert. In der plattdeutschen Übersetzung des Ohnsorg-Ensemblemitgliedes Meike Meiners wird daraus das Volkweihnachtsstück für die Bühne am Hauptbahnhof.

Caesar, Schauspielhaus Handlung gibt es bei Regisseur Stefan Pucher nicht mehr. Entweder lässt er diese vom Dichter kurz referieren oder zeigt sie in Form einer Marmorstatue, die anfängt zu bluten. Er reduziert damit das blutige Drama von Shakespeare auf ein theatrales Thesenspiel. Ihn interessiert nicht der Tyrannenmord, ihn interessieren die Auswirkungen eines gefährlichen Populismus,

Johanna, Schauspielhaus Der große Auftritt will also nicht gelingen, immer wieder muss ein neuer Anlauf genommen werden. Um wahrhaft überzeugend zu wirken, den gemeinsamen Herzschlag zu spüren, wirklich nicht nur Körper an Körper sondern Herz an Herz voranzuschreiten, fehlt noch viel. Vielleicht genau die Portion an Testosteron, die das Denken aussetzen lässt und die diese weiblichen Akteurinnen nicht ihr eigen nennen können? (Foto: Sinje Hasheider)

Der Idiot, Thalia und nicht zuletzt Jens Harzer, der als unschuldiger Menschensucher sich selbst ganz und gar zu verlieren scheint. Ein ausufernder Theaterabend als Studie über die Absurditäten der Unzulänglichkeit des Menschseins und zudem ein Fest der Schauspielkunst. (Foto: Armin Smailovic)

Im Menschen muss alles herrlich sein, Thalia Es passt manches nicht zusammen, ergibt keinen stringenten Faden, aber so ist das Leben eben. Das Leben ist wie eine Giraffe, die nicht aussieht wie eine Giraffe. Eine Aufführung, die man sich nicht entgehen lassen sollte, um sich dann aber unbedingt das Buch zu besorgen. ( © Krafft Angerer)

Bunker Slam no 86, Kampf der Künste Die Bandbreite der Themen ist so groß wie der Umkreis, aus dem Poet:innen angereist sind. Aus Düsseldorf, Bargteheide, Leipzig, Kiel, Bochum und München sind sie gekommen und beschäftigen sich in einer wildem Mischung mal mit ernsten Anliegen und mal mit purem Quatsch, aber immer mit viel Sprachwitz garniert.

Das Bellen der Hunde, Monsun Theater Im ständigen Geflimmere der Linien und Wellen, in stetiger Bilderprojektion zu immerwährender Soundberieselung wird die Einwebung in die Netzwelt erlebbar gemacht. Dazu die Vater-Sohn-Geschichte, die weit entfernt ist von Stereotypen und sich deshalb erst nach und nach erschließt. Das ist so kunstvoll inszeniert, dass die Qualität des Gesamtarrangements für eine kleine Off Bühne erstaunt. Großes Theater auf kleiner Bühne.

Macbeth, Schauspielhaus Am Ende ist das Publikum im ausverkauften Schauspielhaus dennoch sichtlich angetan und spendet viel Applaus für das tolle Ensemble und das effektreiche Bastel-Bühnenbild, das seine papierleichten Wald-Girlanden mit Hilfe des schweren Hebegestänges der Bühnentechnik eindrucksvoll aus- und wieder einfalten kann. Denn es sind eher die kleinen und größeren Einzelleistungen als der große überzeugende Neu-Ansatz, der diesen Abend dann doch zu einem sehenswerten macht.(© Lalo Jodlbauer)

La Boheme, Opernloft Die Begeisterung des Publikums über diesen ungewöhnlichen und zeitgemäßen Zugriff auf den Opernstoff ist überall zu spüren. Der bis auf den letzten Platz besetzte Saal genießt den schwungvollen Operntheaterabend. (Copyright: Inken Rahardt)

Kill dein Ego, Lichthof Dennoch sah man viele beglückte Gesichter nach diesem Theatererlebnis. Man hatte wesentlich mehr miteinander geteilt als bei rein rezeptiven Formen und sich dennoch anregen lassen. Der eine oder die andere wird nun eventuell anders auf das Zusammenspiel in einem Orchester schauen als bisher. (©Isabel Machado Rios)

Der Kirschgarten, Schauspielhaus Dennoch muss man Mitchell natürlich zustimmen: Die Zeit für die langatmigen Selbstinszenierungen der Menschen ist vorbei. Jetzt sollten wir der Natur zuhören. Ob dafür allerdings das Theater der geeignete Raum ist, darf nach diesem Experiment bezweifelt werden. Dazu fährt man im Frühling lieber direkt ins Alte Land und legt sich auf eine Kirschblütenwiese. Wenn dieses Stück einzelne dazu angeregt haben sollte, hat es vielleicht seinen Zweck erfüllt.

TUTTO BRUCIA, Kampnagel Für all dies finden die beiden Darstellerinnen, die in jeder Hinsicht beeindruckende Ausnahme- Schauspielerin Silvia Calderoni und die feinnervige Tänzerin Stefania Tansini, wunderbar eindrückliche intensive Bilder der Angst, der Verzweiflung, der Trauer, der Wehmut und des Schmerzes aber auch des Aufbegehrens. Die Musik von Francesca Morello (R.Y.F.), die vereinnahmende Melodien zu eingängigen Texten als Soundtrack live auf der Bühne performt, ist dazu so bezwingend, dass die Zuschauer:innen förmlich in das Alptraumszenario auf der Bühne hineingesogen werden.

Empfänger unbekannt, Kellertheater In seiner vollkommen untheatralischen Umsetzung liegt die eigentliche Wucht seiner Wirkung. Gerade weil die Inszenierung so schlicht daherkommt, ist ihr Eindruck so nachhaltig. Nur zwei Stühle, zwei kleine Tische und ein Cello machen die ganze Dramatik des beiläufig in die Freundschaft und in die Gesellschaft einsickernden Giftes des Faschismus deutlich. Ein spannendes, intensives und lehrreiches Stück Geschichte auf der kleinen Kellerbühne.

Die Rache der Fledermaus, Thalia Insofern kann man dem Frosch in einem nicht beipflichten: Dieser Abend war definitiv Unterhaltung, wenn sich auch Mahler bemüht hat, diese mit einem Hauch eines mahnendem Zeigefingers anzureichern. Doch dessen Stimme bleibt so piepsig wie die des Frosches. Foto: Krafft Angerer

Felix, Theater Das Zimmer Das spannende Stück gibt nebenbei auch einen interessanten Einblick in veränderte Formen der Börsenspekulation, die Gründe für einige der heutigen Turbulenzen auf dem Finanzmarkt vermuten lassen. In kurzen Szenen, die Regisseurin Sandra Kiefer mit ihrem Team mit dem Spielmaterial aus dem Regal ideenreich umsetzt hat, wird daraus ein gleichermaßen unterhaltsamer wie erkenntnisreicher Theaterabend.

Verrückt nach Trost, Kampnagel Ein tief schürfender Abend, der von allem etwas hatte, von Klamauk und Ernst, von Humor und Tiefgang, von Tieren und Menschen, von Albernheit und Philosophie. Und obendrein ein Fest der Schauspielkunst. Was will man mehr von einem Theaterabend?© Armin Smailovic

GEMeinsam, Kampnagel Nupen zeigt hier eine Arbeit, in die die Erfahrungen der Coronazeit mit eingeflossen sind. Waren wir da nicht alle hinter Glasscheiben, Plastikplanen und Bildschirmen abgeschirmt und oft auf die projizierten Bilder voneinander angewiesen? Eine Zeit, in der die Einsamkeit, die sowieso ein Kennzeichen unserer individualistischen, globalisierten und flexiblen Lebenswirklichkeit geworden ist, noch verstärkt hat.

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