Heisenberg, Theaterfestival

Heisenberg, Theaterfestival


Ungewöhnliche Liebesgeschichte

Je intensiver man einen Menschen beobachtet, desto unschärfer erscheint er. Diese Erfahrung hat Georgie gemacht, als sie versuchte ihren Sohn durch sorgfältige Beobachtung zu verstehen. Er entglitt ihr trotzdem und verschwand nach New Jersey. Georgie blieb alleine in London zurück. Hier trifft sie auf Alex, den 75-jähriger Metzger, dem sie intellektuelle Distinguiertheit unterstellt. Die 42-järhige übersprudelnde einsame Frau macht sich an den völlig zurückgezogen lebenden, verknöcherten Alten heran. Nach anfänglicher spröder Zurückhaltung lässt er sich auf die flirrende Frau ein, die ihn aber schon nach der ersten Nacht um Geld bittet. Nach New Jersey will sie, ihren Sohn suchen. Kurzerhand lädt sie Alex auf die Reise ein. Gemeinsam brechen die beiden Einsamen auf und entdecken sich allmählich ihre gegenseitigen Verletzungen, auch die die sie sich selbst nach gar nicht eingestanden haben. Eine wahrhaftige Begegnung scheint plötzlich möglich.
Die Komödie von Simon Stephens hat nichts von der Hoffnungslosigkeit seiner sonst auf deutschen Bühnen gespielten Stücke. Unter der Regie von Lore Stefaneck am Düsseldorfer Schauspielhaus entfaltet sie mit Burghardt Klaußner und Caroline Peters einen Charme, der ein wenig Tiefgründigkeit ahnen lässt, aber ihn nie in den Vordergrund treten lässt.
Birgit Schmalmack vom 4.10.17



Die Welt im Rücken, Theaterfestival
Die Selfmade-Aristokratie, Kampnagel

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