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Ariadne auf Naxos

Zur Kritik von

Abendblatt 
Kieler Nachrichten 
NDR 
Welt-online (dpa) 
godot 


Ariadne auf Naxos


Unterhaltung oder ernsthafte Kultur?

Was soll das Theater liefern: Tief ergreifende Kulturextrakte oder witzige erheiternde Unterhaltung? Nicht nur zu Zeiten Richard Strauss gingen hier die Meinungen auseinander. In seiner Oper „Ariadne auf Naxos“ thematisiert er die Problematik auf der Bühne. Ein Mäzen hat einen Komponisten (Cristina Damian) mit einem Werk beauftragt. Es ist tragisch, traurig und schwarz geraten. Es geht um die tragische, unerfüllte Liebe der Ariadne (Anne Schwanewilms). Um seine Gäste nicht allzu sehr zu strapazieren holt er kurz vor der Uraufführung eine Impro-Truppe dazu, die den Abend aufpeppen soll. Die E-Künstler sind empört und wollen sich verweigern, doch der Faktor Geld macht soviel Rückgrat nicht bezahlbar. So bleiben sie und fügen sich in ihr Schicksal. Ein Wettstreit zwischen den beiden Kulturformen beginnt. Sie buhlen um die Gunst der Zuschauer. So auch in der Hamburger Staatsoper direkt auf der Bühne. Der Bühnenbildner Stefan Hageneier hat dafür die Stuhlreihen bis auf die Drehbühne verlängert. Auch auf dem Bühnenpodest befinden sich nun weitere Sitzreihen, in denen nach der Pause auch Teile aus dem Publikum neben den Darstellern von Zuschauern Platz nehmen dürfen. Auf der schwarzen kleinen Bühnenpodest, das per Drehbühne von allen Seiten vorführbar ist, findet nun tragische große Oper mit schönen ergreifenden Arien neben Gauklermusical nebst Tanzeinlagen statt. Mit Emotionen sparen beide Sparten nicht, so dass die unechten Zuschauer auf der Bühne immer wieder die Taschentücher zücken müssen und ihren Gefühlsaufwallungen Ausdruck verleihen.
Regisseur Christian Stückl geht einen eleganten, wenig spektakulären, kompromissbehafteten Weg, der keiner Seite weh tut. Er lässt sowohl die ernsten wie unterhaltsamen Anteile der Oper angemessen zur Geltung kommen, er lässt keine Gelegenheiten zum Kostümklamauk der Boygroup um das Popgirlie Zerbinetta (Hayoung Lee) ungenutzt verstreichen, liefert sogar einige kleine Seitenhiebe auf den elitären Opernbetrieb, verzichtet aber ganz auf eine eindeutige Stellungnahme. Die liefert zum Glück schon Strauss selbst: Er lässt die Musik der Oper den Sieg davontragen. Sie ist so gefühlvoll, dass sie ganz ohne billige Unterhaltung die Zuschauer zu faszinieren versteht. Eventuell ein Hinweis für den Regisseur?
Birgit Schmalmack vom 18.5.12



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