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Die Reifeprüfung

Zur Kritik von

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Die Reifeprüfung


Unterhaltsame Komödie

Wer eine Filmlegende auf die Bühne bringt, hat sich großen Vorbildern im Kopf zu stellen. „Die Reifeprüfung“ ist so ein legendärer Film aus den Sechzigern. Hervorragend in seine Zeit passend wird in diesem Werk das Spiel mit den Tabus und das Aufbegehren gegen die Spießigkeit der Gesellschaft aufregend in Szene gesetzt.
Im Altonaer Theater geht es weniger aufregend zu. Brav wird Szene für Szene auf die Bühne übertragen. Die vom Leben gelangweilte Mrs. Robinson (Helen Schneider) lockt Ben lasziv mit all ihren weiblichen Waffen. Sie bekommt die jungen unerfahrenen Mann genau dahin, wo sie ihn hinhaben wollte: Das Treffen in ihrem Hotelbett wird für Ben zu dem einzigen Höhepunkt seines ansonsten vergammelten Tages. Erst als er wider Willen die Bekanntschaft mit Mrs. Robinsons Tochter Elaine macht, ahnt er wie wirkliche Gefühle aussehen könnten. Wo der Film mit Andeutungen, mit Überblendungen oder Schnitten arbeiten, gibt es hier eher den Kulissenwechsel, der mit aufwändigen Umbauarbeiten einhergeht. Detailgetreu wird jedes Zimmer, jede Hausfassade, jedes Bett aufgebaut. So wenig Vertrauen in das schönste Stilmittel des Theaters, das der Fantasie, hätte man bei der Regisseurin Eva Hosemann nicht vermutet. Hatte sie doch bei der Inszenierung des „Hundertjährigen“ doch gerade mit wenigen Kostümwechseln für immer neue fantastische Entwicklungen der Geschichte gesorgt.
Die Schauspieler versuchen ihren Figuren auch in diesem schmalen Rahmen des schnellen Szenenwechsels eine differenzierte Persönlichkeit zu geben, besonders gut gelingt das den beiden jüngsten: Ben (Johannes Merz) und Elaine (Diana Ebert).
Es ist ein unterhaltsamer, eingängiger Abend geworden. Ein zarter, verführerischer Aufreger, der gesellschaftspolitische Meta-Ebenen mit anklingen lässt, allerdings nicht.
Birgit Schmalmack vom 20.1.14




 

Die Reifeprüfung im Altonaer Theater

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