Tap stars

Tap Stars


Die Sexy Show Stars

Ein Stepptänzer erinnert sich: Vor zunächst schwarz-weißer dann farbiger New-York-Kulisse zeigt er einen Kurzabriss der Entwicklung des Stepptanzes. Anschließend dürfen die sechs Bad Boys of Dance bei ihm in die Schule gehen: Im Schnelldurchgang bringt der Altmeister ihnen die Grundschritte bei. Während er auf seinem Stuhl Platz nimmt, beweisen sie ihre schnelle Ausfassungsgabe. In immer neuen Variationen kombinieren sie die Schritte zu "Singing in the rain" oder "I did it my way".

Nach der Pause ist der Raum frei für die Neuinterpretation des Stepptanzes. Zu heutiger Hip-Hop- und Popmusik tappen die sechs Tänzer, nun in trashiger Streetfashion, über die Bühne, was ihre Schuhplatten hergeben. Ihre Füße werden zu Instrumenten, die die Musik mit neuen Rhythmen unterlegen. So improvisieren sie über den Klängen von "It's a mens world" oder "Under pressure".

Immer wieder werden die Songs zu Tap-Battles genutzt. So werden Gestik und Habitus aus dem Breakdance auf den guten alten Stepptanz übertragen und zu einer neuen Form vereinigt.

Die aufwendig gestylten Videoanimationen entführen in Fantasiewelten. Mal lassen Lichtfarbflecken an die Leuchtreklamen von Großstädten denken, mal erzeugen Strichlandschaften Bilder wie von Mondrian, mal fliegen Samen an kleinen Schirmen durch die Luft und lassen neue Blüten entstehen.

Doch die Show wäre nur eine von vielen, die mit geballter Perfektion auf Tour gehen, wenn die sechs Tänzer auf der Bühne nicht in jeder Aufführung den Eindruck vermitteln würden, dass sie gerade in diesem Augenblick durch das Publikum den Spirit und die Inspiration zu ihren unglaublichen tänzerischen Leistungen erhalten würden. Diese Show lebt von dem ganz unmittelbaren Moment des Liveauftrittes. Rasta Thomas und seine Mannen wären nicht die Bad Boys of the dance, wenn sie diesen Umstand nicht dafür ausnutzen würden, um die Damen im Publikum mit ihrer Mischung auf Charme, Witz, Körperbeherrschung und Männlichkeit zu immer neuen Kreischattacken zu animieren.

Birgit Schmalmack vom 7.7.11



zur Kritik von

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