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SCHNACK Stand-Up: BUNKER Open Air

SCHNACK Stand-Up: BUNKER Open Air

Foto: Simon Redel

Lachen mit Weitblickgarantie


Moderator Lennart Hamann begrüßt zum Sonnenuntergang auf dem Bunkerdach des Heiligengeistfelds. Die Location ist an einem Freitagabend perfekt, um das Wochenende mit einer Openair-Standup-Comedy Show einzuläuten. Mit der Eintrittskarte erhält man auch nach 21 Uhr Zutritt zum phänomenalen Dachgarten auf dem Bunker mit Weitblickgarantie. Die vier Comediens (an diesem Abend alles Männer), die hier auftreten, sind handverlesen und mit eigenen abendfüllenden Shows on tour. Felix Treder stammt aus Schleswig-Holstein, was man seinem Trachtenjanker zu Oberhemd nicht unbedingt anmerkt. Die Gene von Phillip Amthor mögen einiges erklären, auch dass er zudem nur innerlich altere. Immer noch werde er nach seinem Ausweis gefragt, selbst wenn er nur Rumkugeln einkaufen wolle. Doch ansonsten teile er das Problem vieler. Ohne sein Handy gehe gar nichts. Also hätte er zuletzt digital detox probiert. Doch nur sein Handy auf schwarz-weiß zu stellen, hätte noch nicht die gewünschte Wirkung gebracht. Als Ersatzbefriedigung hätte er dann die Pinnwand von Rewe entdeckt: Eine Nachrichtenplattform, allerdings mit sehr begrenztem, entgiftungsförderndem Platzangebot.

Der nächste auf der Dachbühne kommt aus Bochum. Wenn Faiz Mangat mit seiner käseweißen Tochter auf dem Spielplatz unterwegs sei, vermuten etliche eine Entführung. Seine kesse Tochter weiß das perfekt auszunutzen, indem sie um Hilfe ruft, wenn sie ihm unbedingt ein Eis abpressen will. Da Faiz eigentlich aus der Musikszene kommt, kann er seinen Comedyauftritt auch musikalisch anreichern. Wenn Usher einen seiner Songs bei ihm auf Russisch singt, zeugt das von vielen Talenten. Kai Borsutzky sieht unscheinbar aus, hat es aber mit seinem schwarz eingefärbtem Humor faustdick hinter den Ohren. Da er schon früh gelernt hat, dass es nur gutes Wetter gibt, wenn Kinder immer alles aufessen, schlussfolgert er messerscharf, dass man allen dicken Kindern danken müsse. Doch als Neuhamburger müsse er feststellen, dass trotz einer hohen Quote an dicken Hamburger Kindern diese Strategie in der Hansestadt fehlgeschlagen sei. Also sollte man sie vielleicht noch zusätzlich füttern, um die Sonne mehr scheinen zu lassen? Auch sein Besuch in der Titanic-Ausstellung hat ihn nicht überzeugt, bzw. das Angebot des Museumsshops. Wer wolle schon Erinnerungsstücke an das Leid vieler Menschen mit nach Hause nehmen. Das könne man doch viel billiger mit einem Besuch im Primark erledigen.

Als Headliner beschloss Alex Stoldt den Comedy-Abend, der gleich zu Beginn klarstellte, dass bei ihm keiner lachen müsse. Sein Zielpublikum sei eh nur das, was ihn lustig finden würde. Nachdem Alex gelesen hat, dass man unnötiges Röntgen wegen der krebserregenden Wirkung vermeiden sollte, ärgerte er sich nach einer Untersuchung, als ihm die Ärztin freudestrahlend mitteilte: Nichts gefunden! Also unnötig und damit potentiell krebserregend! Sein body-count sei erschreckend gering. Er gebe ihn immer mit ein bis zwei an, doch die Dunkelziffer sei wohl niedriger. Bei bisher nicht so erfolgreichen Partnerinnensuche habe er nun seinen Fokus geändert. Nur schwache Partner seien sichere Partner. Diese Erkenntnis hat er wohl auch seinen Eltern zu verdanken, die sich getrennt haben. Nun daten sie sich wieder, etwas, was er sich als Kind stets gewünscht habe. Alex trockener Humor brachte eine weitere Note in den Abend mit ein und rundete ihn gekonnt ab. Beim Abgang auf dem Bergpfad konnte man sich über den gelungenen Wochenendanfang freuen.

Birgit Schmalmack vom 13.7.26

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