Effi, Ach, Effi Briest, Altes Heizkraftwerk
Ina Twest spielt alle übrigen an die Wand. Um dieses weibliche Powerpaket der überaus sympathischen Art dreht sich das ganze Bühnengeschehen. Sie ist sowohl der ästhetische wie auch darstellerische Anker in dieser Inszenierung, die mit vielen überraschenden Momenten daherkam und die weitläufige Bühne als Spielfläche voll auszunutzen verstand.

Faust, Theater Altes Heizkraftwerk
In der großen leeren Fabrikhalle mit den hohen Decken und den freien Räumen kann sich die fantasievolle und eigenwillige Inszenierung von Regisseur und Intendant Thorsten Diehl perfekt entfalten. Hier hat er genügend Platz für eine Bergwanderung auf einer Landschaft auf Pappkartons, für ein Kasperltheater und sogar eine Showeinlage auf der Galerie....Spätestens mit dieser Inszenierung hat Diehl sein nicht mehr ganz so neues und dennoch immer noch zu entdeckendes Theater im Alten Heizkraftwerk zu einer Adresse werden lassen, die man als Theater-Interessierte auf dem Schirm haben sollte.
Geschlossene Gesellschaft, Marzipanfabrik
In der neuen zweiten Spielstätte des Theaters in der Marzipanfabrik "Black Box" zeigte das junge Ensemble aus Absolventen des Schauspielstudios eine spannende Inszenierung des stets aktuellen Klassikers. Die Zuschauer sitzen mit in der schwarzen Hölle, die mit zwei roten Sofas, zwei Stühlen und einem Tisch bestützt ist.
Der Sturm, Theater im Alten Heizkraftwerk
Mit Vergeltung ist keine Erneuerung und Versöhnung zu erwirken. Das will Regisseur Torsten Diehl auch durchaus politisch verstanden wissen. Zur heutigen aufgeheizten weltpolitischen Situation erkennt er in Shakespeares Klassiker einige Parallelen, die einen neuen Blick erlauben. Er macht aus dem Zaubermärchen mit seinem engagierten Ensemble, aus dem Georg A. Geck als Prospero, Sandra Kanthak als Ariel und Hans Hansen in der Doppelrolle des Alonso und Sebastian herausragen, einen gesellschaftspolitischen Stoff und beweist damit dessen Aktualität aufs Neue. ( Copyright MvdS (c)2025)

Der jüngste Tag, Heizkraftwerk
Regisseur und Intendant Thorsten Diehl hat hier den richtigen Riecher gehabt und ein Stück auf seine Bühne auf dem Postgelände in Altona gebracht, das genau den Nerv der Zeit trifft. Er verzichtet klugerweise auf eine zusätzliche Aktualisierung, denn die braucht das Stück nicht. Er entwickelt zusammen mit seinem Team so viele Ideen für die Inszenierung, dass das Zuschauen eine Freude ist. Da sind nicht nur der kleine Zug, die eingerichtete Wohnung des Stationsvorstehers auf der Galerie, die komplette Ausstattung aus schwarzer Pappe und der ausgefeilte Soundtrack, sondern auch die surreal anmutenden, verfremdeten Live-Projektionen auf die Rückwand. Zusätzlich werden alle vorhandenen Räumlichkeiten voll ausgenutzt. Während des Unglücks ziehen sich die Schauspielenden auf die nebelige Hinterbühne zurück, für die Verzweiflung der Ehefrau nach dem Weggang ihres Mannes wird die Seitenbühne bespielt und für die Suchaktion nach dem vermeintlichen Mörder huschen alle über die Galerie. Um das bisher kaum bekannte Stück „Der jüngste Tag“ zu entdecken, lohnt sich also auf jeden Fall ein Besuch im Alten Heizkraftwerk. Im September sind weitere Spieltermine angesetzt. (Foto: Silviu Garba)