Das Beruhigungsmittel, Garntheater
Assor gibt dem ewig Suchenden eine imponierende, ausdruckstarke Gestalt. Mit seiner genauen Intonierung der zum Teil humorvoll schillernden Sprache Becketts lotet er genau die Grenze zwischen Absurdität und Surrealität aus, die die Texte des irischen Dichters so einmalig machen. Ein toller Abend im Garntheater.
Brief an den Vater, Garntheater
Kafka analysiert in diesem Brief, den er nie abgeschickt hat, die zahlreichen Verquickungen dieser komplizierten Beziehung, aus deren Fängen er sich nie ganz befreien konnte, mit einer so großen Präzision, Formulierungsschärfe und Argumentationstiefe, dass es eine Freude ist, wenn ein Schauspieler wie Alfonso Assor sie interpretiert, der ebenso genau die Worte artikuliert, die Sätze nach ihrem Kontexten abklopft und jede Bedeutungsebene versucht aufzudecken.

Über die Schädlichkeit des Tabaks, Garntheater
So berühren diese beiden Monologe „Über die Schädlichkeit des Tabaks“ und „Schwanengesang“ von Tschechow, die Assor sich für seine neuste Inszenierung ausgesucht hat, ganz besonders. Hier sehen die Zuschauenden jemanden, der sich ganz der Sprache, den Texten und dem Theater verschrieben hat. Wenn nicht er, wer wüsste dann, wie es ist, seinen eigenen Theaterraum zu erschaffen. Alles hier im Keller am Victoriapark ist von ihm selbst gestaltet. Er ist Intendant, Regisseur, Bühnenbildner und Schauspieler in Personalunion. So erschafft er hier ein Theatererlebnisraum für alle diejenigen, die den Weg zu ihm in seinen Keller finden. Hier werden sie ein einzigartiges Kleinod der Theaterkunst finden, das jeden nachhaltig beeindruckt. Hier ist jemand, der seine Liebe zur Bühnenkunst mit einer solchen Unbedingtheit auslebt, dass diese Energie sich unmittelbar auf die Zuschauenden überträgt. So lohnt sich jeder Abstieg in die Kellergewölbe unbedingt, auch damit diese einzigartige Theateradresse weiterhin erhalten bleiben kann.