Thalia

Zuletzt besprochen

Made in Paradise Der letzte Programmpunkt der diesjährigen zweiwöchigen Lessingtage war zugleich ihr Höhepunkt: „Made in Paradise“ von Yan Duyvendak, Omar Ghayatt und Nicole Borgeat führte exemplarisch vor, wie Blicke über den kulturellen Tellerrand zu einem Mehrgewinn an Erkenntnissen führen kann. In ihren fünf Fragmenten, die sich das jeweilige Publikum des Abends aus einem Angebot von zwölf Szenen in offener Wahl aussuchen kann, legen sie gängige Vorurteile bloß, zeigen Möglichkeiten der Begegnung, geben Einblicke in andere Lebenswelten, spiegeln eigene und Klischees der Zuschauer und plädieren unaufgeregt für Toleranz und Respekt.

One small radio Wie ein weiblicher Charlie Chaplin wackelt Maja hinter der Leinwand auf der Bühne. Sie will die Aufnahmeprüfung als Mensch bestehen, und zwar als weibliche Ausführung. Nur noch eine einzige Rolle als Frau ist gerade zu besetzen. Sie nimmt sie an und findet sich an der Nahtstelle zwischen Schlaghammer und Publikum, an der Grenze zwischen Realität und Fantasie wieder. ...

WildeWeiteWeltSchau Rainald Grebe war auf Reisen. Er bereiste so wichtige Eckpunkte der Welt wie die Lausitz, Afrika, Indien, das Emsland, Grönland, und jetzt auch Hamburg. Der vielseitig begabte Entertainer brachte seine Reiseeindrücke in seiner „WildeWeiteWeltSchau“ mit. Ob die einspielten Videos aus You-Tube, Skype oder eigenen Aufnahmen gespeist wurden, spielte dabei kaum eine Rolle. Denn Grebe benutzt eh nur Klischees...

Radical wrong Die jungen Leute stürmen in die Publikumsränge und ziehen einen Zuschauer mit auf die Bühne. Nachdem sie alle blitzschnell hinter der Bühne verschwunden sind, steht dieser verunsichert einen Moment im Licht der Aufmerksamkeit, um sich dann wieder auf seinen Platz zurück zu ziehen. Gewohnte Muster des Zuschauens und des Angeschautwerdens werden hier in Frage gestellt. Keiner der Zuschauer darf sich bei der Brüsseler Company „Ultima Vez“ von Wim Vandekeybus in Sicherheit wiegen. ...

In Ongenade David hat sich zu verantworten. Der Professor der Universität Kapstadt hat sich in eine Affäre mit einer Studentin gestürzt. Er verliert sein Amt und zieht zu seiner Tochter auf ihre Farm. Dort muss er miterleben, wie seine Tochter im Zuge eines Überfalles durch Schwarze vergewaltigt wird. J.M. Coetzee hat einen großen Roman über Scham, Schuld, Rache, Vergebung und Vergangenheit geschrieben, für den er den Booker-Preis erhielt.

Berlin Elsewhere Megalopolis war der große Hit der Lessingtage im letzten Jahr. Die Choreographie von Constanza Macras fegte über die Thalia-Bühne und lieferte eindrückliche Bilder zur Vielfältigkeit und zum Chaos in den Megacities dieser Welt. So waren die Erwartungen für das diesjährige Gastspiel ihrer Truppe Dorky Park hoch. ..

Golgota Picnic Kein Skandal Hält die Musik Haydns einem Chaos aus Burgern, Melonen, Dreck, Wasser, Farbe, Schmiere, Gel, Kleidungshaufen, Bildern und Worten stand? Regisseur wagt das Experiment. Nachdem er einen Müllhaufen der Zivilisation im Laufe der ersten eineinhalb Stunden auf der Bühne angerichtet hat, im Verlauf derer keiner der Darsteller sauber und angezogen geblieben ist und kein Fleckchen der Bühneneinrichtung unzerstört geblieben ist. ..

Emilia Galotti Die Freiheit scheint heute grenzenlos. Von allen Zwängen befreit ergeht sich die heutige Gesellschaft in Individualismen, Selbstverwirklichungen, Unabhängigkeiten und in Einsamkeiten. Wie anders war doch Emilia Galottis Lebenshaltung im 18. Jahrhundert, von der der Aufklärer Lessing in seinem gleichnamigen Drama erzählt. Die fromme Emilia (Franziska Hartmann) ist eine schöne Frau. Der Prinz (Thomas Niehaus) hat es auf sie abgesehen. Kurzerhand lässt er ihren Verlobten beseitigen um sie zu bekommen. Dass er dafür seine Helfershelfer die Drecksarbeit machen lässt, macht die Sache nicht moralischer. ...

Emilia Galotti Die Freiheit scheint heute grenzenlos. Von allen Zwängen befreit ergeht sich die heutige Gesellschaft in Individualismen, Selbstverwirklichungen, Unabhängigkeiten und in Einsamkeiten. Wie anders war doch Emilia Galottis Lebenshaltung im 18. Jahrhundert, von der der Aufklärer Lessing in seinem gleichnamigen Drama erzählt. Die fromme Emilia (Franziska Hartmann) ist eine schöne Frau. Der Prinz (Thomas Niehaus) hat es auf sie abgesehen. Kurzerhand lässt er ihren Verlobten beseitigen um sie zu bekommen. Dass er dafür seine Helfershelfer die Drecksarbeit machen lässt, macht die Sache nicht moralischer. ...

Three Kingdoms Das vereinigte Europa – ein Mythos, eine Illusion oder eine Realität? Ist Verständigung möglich? Die allseits bekannten Krisen werfen einige Fragen auf. Aufklärung tut not. Detective Inspector Ignatius Stone (Nick Tennant) geht diesen Fragen in seinem Arbeitsbereich nach. Er ermittelt in einem Mordfall. ...

Quijote Premiere im Thalia Theater - Abendblatt: "Ein Ritter von bezaubernder Gestalt"

Eine amerikanische Umnachtung Randy Newman ist ein kritischer Zeitgenosse. Seine Lieder sprechen von genauer Beobachtungsgabe der amerikanischen Gesellschaft und mancher ihrer Fehleinwicklungen. Das hat sich ein Teil des Thalia-Ensembles zum Anlass genommen, mit Hilfe seiner Songs ebenfalls kritische Anmerkungen zu den USA los zu werden.

My Life As A Terrorist Hans-Joachim Klein ist eingesperrt im Gefängnis seiner Vergangenheit. Dreißig Jahre hat er gebraucht, um Verständnis für sich und seine Geschichte aufzubringen. In einem Buch hat er sie verarbeitet: „Rückkehr zur Menschlichkeit“ hat er es genannt. Hans-Joachim Klein gehörte zur Frankfurter Sektion der Raf. Als ungebildeter Maschinenschlosser sah er in der alternativen Revoluzzer-Zelle seine Ersatz-Familie. Hier fühlte er sich anerkannt und wichtig. Er hatte eine Funktion, zum ersten Mal in seinem Leben. ...

My Life As A Terrorist Hans-Joachim Klein ist eingesperrt im Gefängnis seiner Vergangenheit. Dreißig Jahre hat er gebraucht, um Verständnis für sich und seine Geschichte aufzubringen. In einem Buch hat er sie verarbeitet: „Rückkehr zur Menschlichkeit“ hat er es genannt. Hans-Joachim Klein gehörte zur Frankfurter Sektion der Raf. Als ungebildeter Maschinenschlosser sah er in der alternativen Revoluzzer-Zelle seine Ersatz-Familie. Hier fühlte er sich anerkannt und wichtig. Er hatte eine Funktion, zum ersten Mal in seinem Leben. ...

Insektarium Eine Fliege ist die beste Freundin der Ehefrau. Ein Zimmer fliegt als Geliebter mit dem Ehemann in den Abendhimmel. Autor Gert Jonke schlägt in seiner Beobachtung von Menschen und Insekten der Realitätswahrnehmung oft ein Schnippchen. So trägt das Zimmer hier Anzug. ..

Blind date „Das habe ich mir ganz anders vorgestellt“, meint Janna, „lass uns noch einmal von vorne anfangen“, und dreht auf dem Absatz wieder um. Immer wieder werden Janna und Don ihre Szene wieder auf Anfang drehen. Und zwar im doppelten Sinne. Ihre inszenierten „Blind Dates“ sind ein Versuch einen Neuanfang in ihre in die Sackgasse geratene Beziehung zu versuchen.

Blind date „Das habe ich mir ganz anders vorgestellt“, meint Janna, „lass uns noch einmal von vorne anfangen“, und dreht auf dem Absatz wieder um. Immer wieder werden Janna und Don ihre Szene wieder auf Anfang drehen. Und zwar im doppelten Sinne. Ihre inszenierten „Blind Dates“ sind ein Versuch einen Neuanfang in ihre in die Sackgasse geratene Beziehung zu versuchen.

Raub der Sabinerinnen Zum Schluss gibt es ein Happy-End auf dem riesigen roten Sofa. Die wahre Liebe hat gesiegt. Sowohl die Liebe zwischen den Eheleuten Striesel als auch ihre Liebe zum Theater. Ein langer Kuss verbindet das Theaterdirektorenehepaar auf dem Kussmundsofa.

Faust I + II Ausweitung der Spielzone: Stemanns Faust-Marathon im Thalia

Aliens from Anatolia Tuncay Kulaoglu hat endlich eine Wissenslücke gefüllt. Mit seinem fundierten Videovortrag hat er bewiesen, dass Wanderungsbewegungen von Anatolier eine längere Tradition als bisher angenommen haben. Bis ins Weltall sind sie vorgedrungen.

Aptal, Siradan ve Suclu Klischees leben davon, durch viele Beiträge immer wieder Nahrung zu bekommen. Umso spannender wird es, wenn sie einmal so wirkungsvoll durchbrochen wurden wie am Dienstag in der Gaußstraße. Das Theaterkollektiv „Oyun deposu“ aus Istanbul lieferte mit ihren Küchengesprächen dreier Frauen den Beweis, dass es in der Türkei nicht nur ein Rollenmodell, wie in Deutschland häufig kolportiert, gibt.

Der Fremde Mit einem Schuss beginnt sich die Scheibe zu drehen, die in der Mitte der Publikumsarena steht. Wüstensand bedeckt sie zentimeterdick. Auf ihr stehen vier schwarz gekleidete Personen...

Platonow Die Generalin und Gutsbesitzerin Anna (Friederike Wagner) ist wie jeden Sommer wieder auf ihr Gut zurückgekehrt. Sie erwartet ihre Gäste. Im enganliegenden rosafarbenen Kostümchen schlägt ihre langen Beine elegant übereinander. Nacheinander trudeln alle ein, doch Anna wartet nur den einen: Platonow. Der erscheint dann auch mit seinem „dummen Gänschen“ Sascha ...

Integrier mich, Baby! Bernadette La Hengst fliegt - halb Catwoman halb Möwe - mit ihrem silbernen Sternenumhang ins Thalia in der Gaußstraße ein. Sie hat einen Auftrag zu erfüllen: Sie will Hamburg integrationsfit machen, um 2033 Ingerationshauptstadt Deutschlands zu werden. Sie schwärmt musikalisch von der „Hyperkultur“, die den Großstadt-Individualisten erst die volle Bandbreite der Entfaltungsmöglichkeiten zur Verfügung stelle.

Macbeth Wie weit treibt die Machtgier einen Menschen? Noch steht Macbeth am Rand der Bühne, still, schweigend und regungslos. Er ringt mit sich. Von den vielen Gefallenen zeugen hunderte von Soldatenstiefeln auf der Bühne. Drohend schweben von der Decke herabhängende Tische über den Köpfen der Überlebenden.

Der Parasit Der Minister will Redlichkeit, Selicour postuliert Gewandtheit, der Minister redet von Würde, Selicour von Beliebtheit, der Minister wünscht Rechtschaffenheit, Selicour wiederholt beflissen „Affenheit“. Schon dieser kleine Dialog zwischen dem ehrbaren neuen Minister (Udo Samel) und dem Emporkömling Selicour (Michael Maertens) verrät viel über die Beiden.

Immer noch Sturm Der Sturm der Geschichte fegt über das Jaunfeld in Kärnten hinweg. Er hat nicht nur die Apfelbäume der Obstgärten sondern auch die Sprach- und Kulturwurzeln der Menschen entwurzelt.

Merlin Ein einsamer Baum dreht seine Runden auf der Bühne. Plötzlich zittern seine Blätter und ein Bein lukt aus der Krone. Sie schüttelt sich kräftig und zwei Clowns (Lisa Hagmeister, Mirco Kreibich) kullern auf den Boden. Der eine mit einer Teufelsfratze zur Harlekinkappe und die andere mit lustigen Zöpfchen zum Clownsgesicht. Ausgerechnet diese beiden, die der Überzeugung sind, dass der Sinn des Lebens aus Unsinnmachen besteht, bringen mit einem lauten Konfettiknall Merlin (Jörg Pohl) zur Welt: den zauberkräftigen Visionisten, der mit seinem Fähigkeiten eine neue Welt erschaffen will.


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Tatjana, Hamburgballett
Quijote. Trip zwischen den Welten

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