Thalia

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Fontainhead, Thalia Während die Thesen des russischstämmigen Amerikanerin Rand aus heutiger Sicht zu einseitig und schlicht klingen mögen, sind es ihre Figuren keineswegs. Im Laufe des Abends werden sie mehrfach gebrochen und bleiben damit in ihrem Zusammenspiel bis zum Schluss interessant.

Bilder deiner großen Liebe, Thalia Birte Schnöink spielt das vierzehnjährige Mädchen sehr überzeugend. Sie bewegt sich durch den kargen weißen Bühnenraum wie durch ein Experimentierfeld. So bleibt unklar, ob alle diese Ereignisse nur in ihrem Kopf stattfinden oder tatsächlich passieren.

Der Volksfeind, Lessingtage Doktor Stockmann (Joachim Meyerhoff) hält eine flammende Rede. "Mischt euch ein! Tut etwas! Übernehmt Verantwortung!" lauten seine Appelle. Doch vor ihm stehen nur riesige Gartenzwerge. Ungerührte Minen, gleich bleibendes, nichts sagendes Grinsen.

Imitation of life, Lessingtage Sie zeigen Menschen, die von den Veränderungen durch den hereinbrechenden Kapitalismus und Nationalismus hin- und her geworfen werden und ihre Basis verloren haben. Ein weiteres Highlight der Lessingtage.

Rückkehr nach Reins, Lessingtage Ein ungewöhnlicher Theaterabend, der fast völlig auf Aktion verzichtet, stattdessen einem bebilderten Hörstück gleicht. Doch damit passt er gut zur Vorlage des Buches von Eribons, dass sich ebenfalls sparsamer Mittel bedient. Das Gastspiel der Berliner Schaubühne bei den Lessingtagen wurde auch deswegen zu einem besonderen Ereignis, weil statt des erkrankten Hans-Jochen Wagner Thomas Ostermeier selbst den Regisseur spielen musste. Er war wie geschaffen für die Rolle. (Foto: Arno Declair)

Entlang der Gräben, Lessingtage Immer wieder plädiert Kermani für Verständnis der Positionen in anderen Ländern, die sich aus deren Geschichte erklären würden. Er lobt den Reichtum Europas, der gerade durch die Vielfalt der unterschiedlichen Haltungen und Kulturen ergeben würde. Dieser sollte nicht als Gefahr sondern als Chance gesehen werden.

Performing Embassy of hope, Thalia Die Fronten sind klar getrennt: Hier die Deutschen, dort die Geflüchteten. Erstere haben ihren Platz am Redepult direkt vor den Zuschauern eingenommen, letztere befinden sich in einem erhöhten Glaskasten, etwas größer als die Wohncontainer, in denen viel von ihnen immer noch leben. Integration sieht anders aus.

Lieber Herr Pastor..., Lessingtage In Harzer und Reemtsma fand dieser Gegenstand seine perfekten Vortragenden, die mit leicht süffisanten Unterton den Text an den richtigen Stellen zu würzen verstanden. Ein Genuss nicht nur für den Intellekt.

1993, Lessingtage Doch dieses Stück hat seine Berechtigung, weil es konkrete, direkte Fragen stellt und dazu sehr konsequent und ohne Kompromisse einzugehen zu unkonventionellen Theater-Mitteln greift. Solche Stücke gehören auf ein Festival wie die Lessingtage! (Foto: Jean-Louis Fernandez)

Hymne to love, Lessingtage Momente der Irritation, der Empörung, der Erschreckens, des Wunderns, der Überraschung, des Verstehens wechseln sich während des Stückes ständig ab. Marta Górnicka Textmaterial besteht aus Artikeln, Liedern oder Reden. Diese stellt sie zu einem Libretto zusammen. Mit den Stimmen und der Choreographie des Chores erschafft sie so ein virtuoses Gesamtkunstwerk. Foto: Magda Hückel

Clean City, Lessingtage Die Inszenierung von Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris erinnert an Arbeiten von Rimini Protokoll, die ebenfalls "Experten des Alltags" auf die Bühne stellen. Doch hier stehen die Frauen mit ihren privaten Geschichten im Mittelpunkt. Ihr Charme und ihre Lebensenergie dieser Frauen vermittelt sich eindrücklich.

Der Fremde, Thalia Jette Steckel ist ein Meisterwerk gelungen. Sie hat nicht nur die Herausforderung der sperrigen Textvorlage gemeistert sondern sich gleich noch weitere gestellt: Der ständige Wechsel der Rollen in ihrer Inszenierung hätte das Verständnis erschweren können, stattdessen erhöht er es wunderbarerweise.

Secondhandzeit, Thalia Regisseurin Johanna Louise Witt hat mit Alicia Aumüller exemplarisch einige Lebenserzählungen aus dem Kaleidoskop " Secondhandzeit" von Alexijewitsch ausgewählt, um die Geschichte vom Ende der Sowjetrepublik lebendig werden zu lassen. Sie schaffen es den " Homo Sovieticus " nachfühlbar werden zu lassen.

Tod eines Handlungsreisenden, Thalia Sebastian Nübling hat einen vom ersten Moment an desillusionierenden "Tod eines Handlungsreisenden" auf die Bühne des Thalia Theaters gebracht. Willy (Kristof Van Boven) ist bei Nübling ein gebrochener Mann. Mit verdrehten Füßen hockt er im ersten Bild auf dem einzigen Stuhl und schaut müde seinen Söhnen in ihren bunten Sportklamotten beim Tischtennisspielen zu.

Das Ende von Eddy, Thalia Steffen Siegmund spielt souverän den sensiblen Jugendlichen, der mit wenigen Gesten dem Coming Out dieses Jungen Stimme und Gestalt gibt. Der Musiker Tom Gatza begleitet ihn mit zarten, rauen und aufbegehrenden Tönen auf der Gitarre und dem Klavier. Ein eindrucksvoller Abend zu dem eindrucksvollen, autobiographischen Buch von Édouard Louis, der sich von einer inszenierten Lesung im Nachtasyl zu einem kleinen Theaterabend in der Garage des Thalia in der Gaußstraße entwickelt hat.

Orestie, Thalia Mondtag wollte den Einfluss der Masse auf die Entscheider demonstrieren, die dadurch austauschbar werden. Da sich weder die Masse noch die Politiker klar mit ihrer Meinung zu erkennen geben, braucht hinterher auch keiner Verantwortung zu übernehmen.

John Gabriel Borkman, Theaterfestival Leise rieselt der Schnee. Er deckt alles zu. In ihm kann man sich vor der Welt verstecken. Friedlich sieht er zwar aus, doch eisig ist er. Möbel hat die Familie Borkman schon lange nicht mehr. Abgedunkelt hat sie die Fenster. Frau und Herr Borkman haben den Kontakt zur Außenwelt abgebrochen, sie gehen nicht mehr vor die Tür. Verraten und verkannt fühlen sie sich von der Welt, seit Borkman durch seinen Bankenbetrug alles Geld und jede Anerkennung in der feinen Gesellschaft verloren hat. (Foto: Reinhard Werner)

Phädra, Theaterfestival Dennoch überwiegen in der Inszenierung, die als Gastspiel des Deutschen Theaters in Hamburg gezeigt wurde, allemal die psychologisch, schauspielerisch und dramaturgisch spannenden Momente, um sie zu einem insgesamt sehenswerten Theaterabend zu machen. (Copyright: Arno Declair)

Professor Bernhardi, Theaterfestival Spiegel-online: "Die Berliner Schaubühne macht aus Arthur Schnitzlers Ärtztedrama "Professor Bernhardi" ein Gegenwartsstück über fremdenfeindliche Hetze. " (Copyright: Arno Declair)

Der Bewegte Mann, Thalia So wird sie zu einer Zeitreise, die die Klischee mit riesengroßem Spaß überzeichnet und für den Witzfaktor auskostet. Die Songs sind eingängig. Das ist gut gemachte Unterhaltung, aber ohne politischen Anspruch, was in Zeiten der Ehe für alle doch etwas enttäuscht. (Foto: Baraniak)

Das achte Leben, Thalia Das achte Leben von Brilka vervollständigt (vorläufig) das Muster des Lebensteppichs. Wenn auch jede der Frauenfiguren auf der Bühne für einen ganzen Theaterabend gereicht hätten, ergab diese lange Reihe von Geschichten einen besonderen Reiz. Der lange Atem von Autorin, Regie, Darstellern und Publikum hat sich gelohnt.

Körber Junge Regie, Thalia Körber Junge Regie 2017 hat einen Regiejahrgang gezeigt, der seine Themen mit viel Energie und Ernsthaftigkeit anging. Oft wurden Geschichten erzählt, oft wurden große Fragen gestellt, oft blieben Rätsel im Raum stehen, oft spielten die Geschichten in der Vergangenheit, die Verknüpfungen zum Heute erlaubten. Ein sehr viel versprechender Jahrgang! (Copyright: Körber Stiftung / Krafft Angerer)

Vu du pont, Thalia Ein wunderbarer Abend, der zeigte, warum es sich lohnt in Theater zu gehen. Hier beim Gastspiel des „Odéon – Théâtre de L’Europe“ stimmte alles: klares Bühnenbild, konzentrierte Regie, feine Figurenführung, hervorragende Ensembleleistung, exaktes Timing und sensible Bewegungschoreographie. (©Thierry Depagne)

Lady eats apple, Thalia Der aufgeblähte Theaterraum war das Spektakulärste an dieser Inszenierung. Doch er wurde mit zu wenig Inhalt gefüllt. Wenn man diese letzte Arbeit des Back to Back vergleicht, bleiben von dieser im Gegensatz zu ihnen nur bruchstückhafte Einzelbilder in Erinnerung. (Foto: Krafft-Angerer)

An Act of now, Theater der Welt Ein energiegeladener, begeisternder Tanzabend der Choreographin Anouk van Dijk, der die Professionalität der Tänzer von Chunky Move hervorragend zur Geltung brachte. Das bisherige Highlight des Festivals. (Foto: Jess Busby)

Atlas der Angst, Thalia Er schafft es das dunkle Thema der Angst in ein immer überraschendes Kaleidoskop zu verwandeln und schickt die Zuschauer so durch ein Gefühlspanorama Deutschlands. Ein wunderbar komponierter und erhellender Abend über das derzeitige Klima in Deutschland, das Angst machen und aufrütteln kann.

Wer einmal aus dem Blechnapf frisst, Thalia Perceval kontrastiert den aus der Zeit gefallenen Willi, der die schnelle Welt außerhalb des Gefängnisses nicht mehr versteht, mit der sich rasant den wirtschaftlichen Verhältnissen anpassenden Gesellschaft. Während Willi versucht ganz bei sich zu bleiben und sich auf seine Werte zu besinnen, spielen alle anderen eine Rolle, die sie blitzschnell wechseln können.

Tatjana, Hamburgballett

Mutter Courage, Thalia Die Inszenierung lebt von seiner herausragenden Hauptdarstellerin Gabriela Maria Schmeide, die die Mutter Courage mit einer Herzlichkeit, einem Pragmatismus, einem Lebenswillen und einer Energie verkörpert, die mit ihrem Spiel den ganzen Text zu erklären vermag.

Città del Vaticano, Thalia In diesem Projekt von Falk Richter und Nir de Volff wechseln selbstvergessene Tanzszenen mit Selbstbefragungen, mit gesellschaftskritischen Zustandsbeschreibungen und vielen persönlichen Erzählungen. Letzteres ist ungewöhnlich für ihre Zusammenarbeit. Doch macht es diesen Abend besonders sympathisch. (Foto: Foto: Fabian Hammerl)


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Tatjana, Hamburgballett
Entlang der Gräben, Lessingtage

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