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Life and Times Episode 2

Life and Times Episode 2
Tolle Show
Was bisher geschah, verrät der erste Text auf dem Bildschirm. Doch auch wer diese Informationen überspringt hat inhaltlich nichts verpasst. Denn es ging um die ganz normalen kleinen Sorgen und Nöte eines Mädchen in der beginnenden Pubertät. Sie erzählt, dass sie einen Soap-Opera-Kiss mit ihrer Freundin in der Badewanne übt. Dass sie so gerne die Schlaueste in der Klasse sein will, am liebsten auch gleich die Beliebteste. Doch sie hat im Gegensatz zu ihren Freundinnen Angst vor Jungen, sie wagt nur die Streber in der Klasse anzusprechen. Die, in sie sich verknallt, bleiben unerreichbar. Tanzfeste enden regelmäßig als große Enttäuschung, wenn wieder eine andere ihren Schwarm abgreift. „Ich war so fertig“.
Aus heutiger Sicht kramt hier eine erwachsenen Frau in ihren Kindheitserinnerungen. In zehn Fortsetzungsepisoden, die aus zehn Telefongesprächen hervorgegangen sind, die aufgezeichnet wurden.
Mit allen „Ähms“, „Tjas“ und „Ohmygods“ werden sie auch in Episode 2 vertont und als Musical von dem Nature Theatre of Oklahoma auf die Bühne gestellt. Schweißtreibend ist ihr Berichten vom ganz normalen Leben. Dafür brauchen sie Sportkleidung. In bunten Addidastrainingsanzügen stehen sie in immer neuen Formationen auf dem schwarz glänzenden Bühnenpodest. Eine klar definierte Bewegungschoreographie erinnert teilweise an Aerobic-Stunden, an modernen Tanz und an Sportgymnastik. Die Musik ist nicht folklastig wie in Episode 1 sondern bedient sich aus den Popsongs der Achtziger und Neunziger. Wahnsinnig witzige hintersinnige Show, die unter der Regie von Pavol Liska und Kelly Cooper Sehgewohnheiten hinterfragt und ad absurdum führt. Hier werden keine Rollen gespielt, keine Klassikertexte zelebriert sondern Persönlichkeiten und Alltäglichkeiten zum Thema gemacht.
Birgit Schmalmack vom 4.6.11

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