Große Sprünge
Große Sprünge
Lebenserfahrung sicher verstaut
„Das Schöne daran dass ich mit dem Rauchen aufgehört habe ist, dass ich jetzt mir ohne Zwang hin und wieder eine anstecken kann.“
Es geht um die kleine und großen Abschiede, Verluste und Neuanfänge im Leben. Das Vergangene wird in den vielen Holzkisten verstaut, die überall auf der Bühne der K2 auf Kampnagel herumstehen und zudem als Sitzmöglichkeit genutzt werden können. Soll man die Vergangenheit nun rigoros entsorgen oder lieber als lebenswichtige Erfahrung aufbewahren?
Wann ist der geeignete Zeitpunkt zum Aufkündigen einer Beziehung? Wann verabschiedet sich die Liebe auf Dauer? Bei zuviel oder zuwenig Wahrheit zwischen den Partnern? Kann man etwas Schönes nur festhalten, indem man es loslässt? Viele Fragen werden aufgeworfen, angeschnitten und stehen gelassen.
In einzelnen Stehgreifsituationen beleuchten die sieben Darsteller das Thema der Weggabelungen, in denen das Leben eine ganz neue Wendung nehmen kann. Große und kleine Träume werden zum Thema der improvisierten Szenen. So wie drei der Darsteller zum Schluss in den Seilen von der Bühnedecke baumeln, mag die viel gepriesene Entscheidungsfreiheit der Menschen allerdings bloß noch wie eine Illusion erscheinen.
Das engagierte und dennoch unaufgeregte Agieren der Schauspieler, die sich souverän zwischen den Kisten bewegen, machte einen großen Teil des Reizes von „Große Sprünge“ aus. Alexander Krebs hat eine anregende, darstellerisch und inhaltlich interessante Arbeit als Diplomabschluss seines Studiums an der Theaterakademie vorgelegt.
Birgit Schmalmack vom 14.3.08
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