Do theatre anatomy of fantasy
Do theatre anatomy of fantasy
www.hamburgtheater.de
Zu den Kritiken von http://www.welt.de/print/wams/vermischtes/article11828350/Es-lebe-die-Anarchie.html
Stoff für viele Träume
Wie eine Kreuzspinne spinnt die Frau ihr Opfer langsam ein. Drei junge Frauen sind dabei ihre willigen Gehilfinnen. Mit überdimensionierten Wollknäueln spinnen sie ein Netz aus roten Fäden, in dem der Mann eingesponnen wird. In dem stählernen Kantenmodell eines Würfels wird er von weichen Fäden festgehalten. Die Spinnenfrau begibt sich zu dem Mann in den Kubus. Zweisamkeit auf engstem Raume wird praktiziert. Im Würfel kugeln die Beiden über die Bühne.
Das Do-Theatre aus St. Petersburg arbeitet mit vielen Bildern. Ihre Fantasiereise in das Land der Träume ist reich an verschiedensten Assoziationen. Sie bedienen sich dabei aus der Mystik, der Erotik, der Esoterik, der Malerei, der Natur wie der Religion. Die verschiebbaren Kästen mit den Jalousien bieten Raum für die drei Tänzerinnen, der immer wieder neue Einblicke erlaubt. Auf die heruntergelassenen Jalousien werden Stillleben projiziert: Bilder der Werdens und Vergehen im Stile mittelalterlicher Gemälde sind zu sehen. Archaische, poetische Momente wechseln mit hocherotischen, mitreißenden Tanzszenen.
Ihr Tanz- und Musikkunstwerk „Anatomy of Fantasy“ ist so reich an surrealer, mystischer Symbolik, das die nur etwas über eine Stunde dauernde Performance Stoff für viele Träume bietet. Sie zaubern auf die Bühne der Fliegenden Bauten eine so reiche Bildersprache, dass sie jede Sprach- und Kulturgrenze überwindet. Die eigens für diese Choreographie live entwickelte Musik von dem französischen Musiker Phil Von ist ein ebenso überraschende Komposition aus Esoterik-Klängen, Trance, Elektro und Flamenco. Das Do-Theatre erzählt Geschichten, die einen Raum der Fantasie eröffnen, der keine Grenzen kennt. Wer bisher die Fliegenden Bauten eher mit leichter Unterhaltung in Verbindung gebracht hat, darf sie jetzt gern wieder neu entdecken, um in einen Reich der Fantasie geführt zu werden.
hamburgtheater - Kritiken für Hamburg seit 2000