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Das Spiel

Das Spiel
Evas Schuld
Ein Neuanfang ist geplant: Jonny hat seine Ehefrau zu einem romantischen Ausflug in eine abgelegene Ferienhütte eingeladen. Er hat ein paar Accessoires mitgebracht, um ihrem eingeschlafenen Sexleben auf die Sprünge zu helfen. So kettet er seine Frau mit den Handschellen an das Metallbett und verbindet ihr die Augen. Leider ist er nicht mehr der Jüngste und verstirbt daraufhin überraschend an einem Herzinfarkt. Nicht wissend was mit ihrem Jonny passiert ist, denkt sie zunächst an eine bewusste geplante Ausweitung der Spielzone. Gefesselt an das Bett, ist sie ihren Gedanken ausgeliefert. Ihr Handyakku hat seinen Geist aufgegeben, auch alle weiteren Befreiungsversuche schlagen fehl. Für die Frau beginnt ein Martyrium, in dessen Verlauf sie sich mit allem konfrontiert sieht, was ihr Leben bisher ausgemacht hat: mit den Vorwürfen ihrer Mutter, mit der Schuld an dem Selbstmord der Schwester, mit der Abhängigkeit von ihrem Mann. Sie erkennt in dramatischer Klarheit die Fehler ihres Lebens. Schließlich fügt sie sich mit schwindenden Kräften und zunehmend verwirrtem Verstand in ihr Schicksal: Sie wartet auf ihren Tod.
Wie es dennoch zu einem Befreiungsschlag kommt, zeigt „Das Spiel“ nach einem Roman von Stephan King. Die monologische Textfassung von Katrin Redepenning lässt das Drama ganz im Innenleben der Frau stattfinden. Unter der Regie von Linda Marschall zeigt die Darstellerin Petra Springhorn eindrücklich die Facetten einer Frau, die bisher von Ideen der Emanzipation unberührt geblieben ist und sich nun unter Todesqualen zu einer Kämpferin entwickelt.
Birgit Schmalmack vom 30.1.09

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