Zarathrusta
Zitate aus "Also Sprach Zarathustra":
"Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll. […] Der Übermensch ist der Sinn der Erde." - Zarathustras Vorrede (3)
"Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch - ein Seil über einem Abgrunde." - Zarathustras Vorrede (4)
"Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man." - 1. Teil; Vom Lesen und Schreiben
"Ihr habt mir zu grausame Augen und blickt lüstern nach Leidenden. Hat sich nicht nur eure Wollust verkleidet und heißt sich Mitleiden?" - 1. Teil; Von der Keuschheit
"Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!" - 1. Teil; Von alten und jungen Weiblein.
"Nicht nur fort sollst du dich pflanzen, sondern hinauf! Dazu helfe dir der Garten der Ehe!" - 1. Teil; Von Kind und Ehe
"Kirche? antwortete ich, das ist eine Art von Staat, und zwar die verlogenste." - 2. Teil; Von grossen Ereignissen
"Kluge Narren reden besser." - 4. Teil; Der Schatten
"Trachte ich denn nach Glücke? Ich trachte nach meinem Werke!" - 4. Teil; Das Zeichen
«Als Zarathustra dreissig Jahr alt war, verliess er seine Heimat und den See seiner Heimat und ging in das Gebirge. Hier genoss er seines Geistes und seiner Einsamkeit und wurde dessen zehn Jahre nicht müde.»
Doch die letzten Menschen sind auch die Vorstufe zum neuen Menschentyp, dem «Übermenschen». Dieser repräsentiert für Nietzsche den Sinn der Erde und die höchste Stufe menschlicher Selbstverwirklichung. Er ist klug, stolz, mutig, unbekümmert, gewalttätig, schöpferisch und für Neues offen.
m am 14. August 1881 «am See von Silvaplana, unweit Surlei» der Schlüsselgedanke seines Hauptwerks Also sprach Zarathustra: «Die ewige Wiederkehr des Gleichen.» Nietzsche fand, die Menschheit drehe sich im Kreis. Er konstatierte «das Leiden des Menschen an sich selbst» als die grösste Krankheit des Menschen. Nur wer ohne Mitleid lebe, könne iese Krankheit überwinden.
Nietzsche vereinsamte immer mehr. Keiner seiner Freunde vermochte dem Dichter auf seinen Wegen und Gedanken zu folgen.
Die Lehre vom Übermenschen
Nietzsches Lehre ist nicht unumstritten. Seine Philosophie beinhaltet Ideen, die von nationalistischen Kräften in Deutschland benutzt worden sind, um ihre Ziele damit argumentativ zu unterfüttern. Lydia Spiekermann wollte sein Werk „Also sprach Zarathustra“ Gerechtigkeit widerfahren lassen und es angemessen auf die Bühne bringen. So schreib sie eine Bühnenfassung, die den Handlungsstrang des romanhaften Philosophiewerkes nachzeichnet und dabei viel Raum für die Darlegung der Auffassungen der Hauptfigur Zarathustra bzw. seines Alter Egos Nietzsche lässt.
Im Zentrum steht die Figur des einsamen Denkers Zarathustra. Zehn Jahre geht er in die Wälder, um seine Weisheit zu entwickeln. Dann macht er sich auf, um Mitschaffende zu werben. Seine philosophischen Erkenntnisse ergießen sich im Sprechwerk zunächst auf die Zuschauer. Durchs Publikum spazierend erläutert er seine Überzeugungen.
"Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll. Der Übermensch ist der Sinn der Erde." Dieser repräsentiert für Nietzsche die höchste Stufe menschlicher Selbstverwirklichung. Er sei klug, stolz, mutig, unbekümmert, gewalttätig, schöpferisch und für Neues offen. So spricht Zarathustra. Sätze, der erklärt werden wollen, wenn sie nicht falsch verstanden werden sollen.
Im Verlauf des Stückes trifft er auf weitere Zeitgenossen, die er zu Jüngern seiner Ideen machen möchte: den Papst, den Narren, den Wahrsager, den Mörder Gottes und den Heiligen. Doch er begegnet auch hier viel Unverständnis. Diese Menschen suchen jedoch nach einfacheren Lösungen, als er sie anbieten kann.
Hauptdarsteller Christian Bruhn breitet in Siegerpose mit pathetischem Unterton seiner Selbstbeherrschungsphilosophie aus, die den natürlichen Willen des Mannes zur Macht ausformen soll. Diese Haltung Zarathrustas, die er sehr überzeugend darstellte, brachte ihm sicher nicht bei jedem der Zuschauer Sympathiepunkte ein. Seit Gott tot sei, könne allein des Menschen Wille zur Selbstüberwindung ihn zum „Übermenschen“ machen. Welche Gefahren zum Missbrauch dieser Ideen gerade angesichts der deutschen Geschichte mitgedacht werden müssen, wurde leider nicht thematisiert. Spiekermanns „tiefgehende Forschungsarbeit“, wie Theaterleiter Andreas Lübbers ihr Projekt nannte, zeugte von ernsthaftem Bemühen Nietzsches Thesen wertfrei darzustellen. So war es unvermeidlich, dass auch die Sperrigkeit des Textes und seiner Ideen in ihrer Arbeit deutlich wurde.
Birgit Schmalmack vom 27.7.08
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