Verlorene Liebesmüh
Verlorene Liebesmüh
Sturm der Liebesblitze
Die Vorsätze der drei Männer am Hofe des Fürsten sind nobel: Drei Jahre wollen sich alleine den Studien widmen, sich jeglicher Gelüste fern halten, einen Tag in der Woche fasten und die Frauen nicht mehr in ihre Nähe lassen. Mit schwerster Strafandrohung versuchen sich die Drei selbst und ihre Umgebung zum Guten und Löblichen zu zwingen. Doch sie müssen sich schon nach kurzer Zeit eingestehen, dass ihr Vorhaben wenig praxistauglich ist. Denn es hat sich hoher Besuch aus Frankreich angekündigt: die Prinzessin nebst zwei Begleiterinnen. Alle drei Frauen sind den drei Männern nicht unbekannt und beileibe nicht gleichgültig.
Nach außen hin wahren drei Herren die Form. Dem hohen Besuch wird der Zutritt zum Hof verwehrt. Ein Zelt wird ihnen vor den Toren errichtet. Die hübschen Mademoiselles sinnen auf Rache: Als sie hören, dass die Drei ihnen in Verkleidung einen Besuch abstatten wollen, tauschen sie ihre Rollen.
Leider versagte der Autor Shakespeare den drei Paaren in „Verlorene Liebesmüh“ ein schnelles Happy-End. Das Stück schließt mit einer Vertröstung auf das folgende Jahr, denn der König von Frankreich ist gestorben und die Tradition des Trauerjahres verlangt nach ihrer Erfüllung. So bleibt der Song am Schluss: „Schlag nach bei Shakespeare und die Frauen sind hin“ ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft.
Die Elfen im Park laufen mit ihrer diesjährigen Produktion wieder einmal zu theatralen Höchstformen auf. Auf dem zentralen Platz inmitten des Wohlers Parks haben sie ihre Bühne diesmal in Längsform aufgebaut. Riesige Kandelaber markieren den Auftrittsort. Die drei Herren in ihren Karopullundern und die Damen in ihren schicken Kleidern und den Perücken in den französischen Nationalfarben sind hervorragend besetzt. Mit viel Humor unterfüttern sie ihre Rollen. Der Text war klug gewählt und bot auch diesmal wieder ausreichend Möglichkeit zu bester Sommerunterhaltung.
Birgit Schmalmack vom 27.7.08
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