hamburgtheater

...............Kritiken für Hamburg seit 2000

Pork und Porky

Pork und Porky

Seit ihrer Geburt sind die beiden ein unzertrennliches Gespann. Sie lagen zufällig als Babys nebeneinander im Krankenhaus, sie wohnten später zufällig im selben Haus und erobern heute gemeinsam „Ghetto“, wo sie leben. Ihre Beziehung dient ihnen hauptsächlich dazu sich gegenseitig ihre Einzigartigkeit zu beweisen. Sie sind die eigentliche King und Queen von Ghetto - das bestätigen sie sich immer wieder.
Diesen Gedanken konterkariert die Inszenierung von Julius Jensen, indem er das Paar gleich dreifach besetzt. Illusionen über das eigene Leben machen nicht nur sie sich. Bis Porky am Schluss erkennt, dass sie mit Pork in einer Luftblase feststeckt, die sie ihr Leben nennt und in der sich seit ihrer Geburt nichts geändert hat, muss ihr Freund erst jemanden umbringen.
Nach dem Text von Welsh „Disco Pigs“ ist diese Szenenkollage schmissig, witzig, ironisch im Malersaal von Julius Jensen umgesetzt worden. Hervorragende Darsteller (Cosma Dujat, Agnieszka Rozenabjgier, Nathalie Schnebel, Marie Ulbricht. Jonas Herster, Dominik Krolikowski, Kay Rosenbach, Peter Witt) jeder mit einer ganz eigenen Note, gab der trashigen Zweierkiste ganz neue Töne.
Birgit Schmalmack vom 28.6.06

hamburgtheater - Kritiken für Hamburg seit 2000