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Polynymph

Polynymph
verlangen und vergehen – ein szenisches Emblem in Musik
Fassung aus Opern von und einer Kantate von
Diplominszenierung Regie Musiktheater
Alcione und Ceix lieben sich, doch es kommt ein Unwetter dazwischen. Der eifersüchtige Zyklop Polyphem wünscht Acis den Tod, wissend, dass er auch dadurch die geliebte Galatea nicht wird gewinnen können. Sémélé liebt Jupiter, aber er ist ein Gott und sie kann seinen Anblick nicht ertragen. Liebeslust und Liebesfrust kannten also auch die griechischen Menschen, Götter und Halbwesen. Sänger und Tänzer, Suchende von heute, spielen ihr Spiel überm Abgrund, erzählen von Liebe und Tod, von Nicht-Verstehen und Nicht-Verstandenwerden und von flüchtigen Momenten der Nähe. Videoprojektionen übersetzen die lyrische erzählende französische Barockmusik in bewegte Bilder, die eine Brücke schlagen zwischen üppiger Barockkulisse und postmoderner Haltlosigkeit.

Musikalische Leitung: Irina Hochmann, Regie: (Diplom Regie), Bühne: Fabian Lange, Kostüme:, Choreografie:, Video:, Dramaturgie: Mascha Wehrmann
Mit: (Tanz), Lea Schilling (Tanz)
Es spielt das Barockwerk Hamburg

Das Glück ist ein flüchtiges, dem Moment verhaftetes Gefühl. Das gilt auch für das Liebesglück. Wenn zwei Menschen aneinander kurzzeitig Halt für ihr Leben finden wollen, ist das immer ein störanfälliges Arrangement. Das gilt offenbar nicht nur für die Beziehungen zwischen menschlichen sondern auch zwischen göttlichen Wesen. So jedenfalls ist die Erkenntnis der Liebenden, die sich in „Polynymph“ begegnen, einer Arbeit des Regie-Diplomanten Jörg Lillich, der im Zusammenspiel aus barocker Musik (Daniel Dropulja, Bassbariton, Nicole Hoff ,Sopran), künstlerisch überzeichneten Kostümen (Almuth Wehrle), Tanz (Lea Schilling, Andreas Munzel) und Videoprojektionen (Youssef Tabti, Thorsten Bruch) ein Fantasieenblem geschaffen hat. Er übersetzt die Musik aus Opern von Marin Marais und einer weltlichen Kantate von Louis-Nicolas Clérambault in zeitgenössische Allegorien und Bilder und schafft so ein optisches und akustisches Gesamtkunstwerk, das in den Zeisehallen von dem Publikum begeistert aufgenommen wurde.
     

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