Mit Familie bist du unendlich reich
Mit Familie bist du unendlich reich
Entfernte Verwandte sind mir immer noch die liebsten.
Warte bis wir nach Hause kommen.
Mit dem Mor wackeln aber nicht kochen können,
Drei große S: Saufen, Smöken und Sex
Spaßbremse, Distel
Zu dösig zum Trinken Muttersöhnchen
So ein Tag so wunderschön wie heute
Björns (Nils Owe Krack) großer Tag ist angekommen: Heute ist seine Konfirmation. Doch beim Familienfest im heimischen Wohnzimmer heißt es immer, wenn er sich an der Unterhaltung am Tische beteiligen möchte: Swieg still, Jung! Doch er verpasst wenig.
Tante Anna (toll: Ursula Hinrichs) und Onkel Willi (Mogens von Gadow) liefern sich als alt gedientes Ehepaar gut eingespielte Streitereien. Onkel Willi ist überzeugt, dass er eine Spaßbremse geheiratet hat. Tante Anna fürchtet stets, nicht ausreichend zu Wort zu kommen, obwohl sie doch immer das letzte Wort hat. Der brave Manfred (Till Huster) steht unter der Fuchtel seiner Ehefrau Gerti (Uta Stammer). Die schicke, gepflegt Manuela (Birte Kretschmer) ist ohne ihren „Kerl“ gekommen, da sie diesem gerade beim Fremdgehen ertappt hat. Auch bei Björns Eltern steht nicht alles zum Besten: Sein Vater (Manfred Bettinger) hat das Gefühl nur zum Geldverdienen da zu sein und im innigen Verhältnis zwischen „Muttersöhnchen“ Björn und Ehefrau nur zu stören. Während zu Beginn die Form noch gewahrt wird, laufen die Gespräche unter zunehmenden Alkoholeinfluss aus dem Ruder. Der Alkohol löst die Zungen und dann wird ausgepackt. Björn Mama läuft heulend aus dem Zimmer, Manuela lässt sich von Björns Papa trösten, nachdem Onkel Willis Avancen von ihr abgelehnt worden sind.
In der aktualisierten Inszenierung von David Gravenhorst ist aus dem Volksstück von Fitzgerald Kusz eine Komödie geworden, die beste Unterhaltung liefert. Direkt aus dem Leben gegriffen scheinen die Dialoge. Immer köstlich gewürzt mit bissigen Bemerkungen von Tante Anna. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet und gut besetzt. Jeder dürfte sich im Laufe des Abends an eigene Erfahrungen auf Familienfeiern erinnert fühlen.
Birgit Schmalmack vom 25.8.08
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