hamburgtheater

...............Kritiken für Hamburg seit 2000

Leben und Schicksal

Leben und Schicksal
Aufklärung der eigenen Rechte
Kampf für die Freiheit
Ein stählernes Volleyballnetz ist quer über die Bühne gespannt. Es trennt nicht nur die Mannschaften auf dem Spielplatz sondern auch Ost und West, Gefangene und Noch-Nicht-Verhaftete. Vorne lebt der jüdische Atomwissenschaftlicher Stump mit seiner Familie, immer von Ausgrenzung und Verhaftung und Arbeitsverbot bedroht. Emotionsgeladen wird das Leben der Familie Strum nachgezeichnet. Durch ihre Wohnung laufen die Häftlinge, sowohl aus dem Gulag wie aus dem KZ. Wie eine Wiedergängerin taucht Strums Mutter unter dem Drahtzaun auf und liest Abschnitt aus ihrem Abschiedsbrief an ihren Sohn, in dem sie ihm aus dem Ghetto berichtet bevor sie ins KZ abtransportiert wurde. Die Parallelität des faschistischen und des stalinistischen Regime stellt Regisseur in der Umsetzung des Jahrhundertromans Leben und Schicksal über fast vier Stunden eindrücklich auf die Bühne.
Birgit Schmalmack vom 4.2.11

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