Körber Junge Regie-2011
Körber Junge Regie
Record of time
Aus Gießen kam die Performance von … Sie ging mit ausgefeielten Medieneinsatz der Frage der Zeit und des Alltags nach. In einem Wohnzimmer räumten zwei Menschen immer wieder Gegenstände von einer Ecke in die andere, ziellos und zwecklos. Ihr per Beamer eingeblendetes Doppel in der Projektion, das ebenso die Gegenstände vervielfachte, sorgte für kuriose Zusammentreffen.
Parcival
Salzburg schickte die Inszenierung von L. Dreifach gab es die Hauptperson, die sich auf die Suche nach dem Gral. Unwissend über die Zusammenhänge des Lebens schließt er sich den Rittern der Artusrunde an, die er zunächst für Engel hält. Der Wald hat jedes Romantische verloren. Karge Holzsäulen markieren die blattlosen schwarzen Bäume. Übrig bleibt eine öde rutschige Fläche, auf der Parcival ins Trudeln gerät. Mit einem Percussionisten treibt L. ihre Protagonisten auf Glückssuche. Interessante Ansätze mit Längen.
Schlafes Bruder Frankfurt
Atemlose, erregende Suche nach dem Abwesenden machen sich das Geschwisterpaar Peter und Estel. Ihr Cousin Elias ist ein musikalisches Genie. Während sich Elias unsterblich in Estel verliebt, giert Peter nach dessen Freundschaft. Gegenseitig werfen sie sich Unfähigkeit zur wahren Liebe und Freundschaft vor. Stets bezogen auf das unverständliche und dennoch bewunderswerte Ausnahmekünstler toben sie über die zu Bergen gestapelten Lautsprecher. Wird Elias kommen, wie Estel es immer wieder verspricht um auf der Orgel zu spielen. Mitten aus dem Publikum starten sie ihre Spruensuche und stellen ihre beiden Wahrheiten nebeneinader. Hochspannendes Theater mit zwei wunderbaren Schauspielern.
Der Tod und das Mädchen München
Paulina will das Schubert Lied endlich zuende singen. Zögerlich beginnt, doch die Störgeräusche aus den Lautsprechergebirge hinter ihr entfacht ein infernalisches Störgewitter aus Erinnerungen. Die beiden Tontechniker links und rechts entfachen sichtbar diese töne. Für Paulina bestehen die Erinnerungen aus Tönen. Ihren waren die Augen während ihrer Folter verbunden. Die Herren inszenieren ihr Erinnerungshörspiel. Der eine wird später zu ihrem Ehemann, der andere zu ihrem Folterer werden. Sie werden ihm den Prozess machen, als er eines Tages zufällig zu ihrer Tür nichtsahnend hereinspaziert. Regisseur Till Wyler von Ballmoos inszeniert das Stück nach Ariel Dorfman als Wiederhall von Paulinas Erinnerungen, wie der Untertitel verrät. Wer die Geschichte kannte, konnte mehr von seinen zahlreichen Untertönen heraushören. Die Party, die zum Schluss zwischen anlässlich des Geständnisses des Folterers gefeiert wird, sollte die Fallhöhe der drei Beteiligten erhöhen. Ein Trick, den dieses Stück nicht nötig hatte.
In euren Augen –Wien
Verspielt arrangiert Jens Blum die eigenen Szenen über den Blick des Künstlers zwischen den aufgehängten Altgardinen. Die drei Schauspieler sind mal Prostituierte, Oma, Ehepaar, Möchtegernkünstler oder Museumsdozentin. Die Aufführung erinnerte eher an eine liebevoll dekorierte Schultheateraufführung als eine Hochschulinszenierung.
hamburgtheater - Kritiken für Hamburg seit 2000