Der Knacks
Der Knacks
Ein kleines Palettengebirge ist vor den Zuschauerreihen aufgetürmt. Statt Schnee ist es von Tonbändern bedeckt. Aus einem kleinen Bildschirm ertönt eine Frauenstimme Regine Zimmermann und auf der hinteren Leinwand beäugt ein junger Mann Mathis Reinhardt kritisch und neugierig das Geschehen. Mitten in das Tonbändergewirr setzt sich Ernst Stötzner. Als er wieder aufstehen will, haben sich seine spitzen Schuhe verfangen hat er Mühe seine spitzen Schuhe zu befreien.
Scott Fitzgerald, der amerikanische Künstler-Liebling der High Society, ist nicht mehr derselbe. Als junger Mann war der große Dandy und große Autor mit seiner schönen Frau Zelda auf allen Parties. Dann kam «Der Knacks». Obwohl er die «Biographie ist die verlogenste Kunstform» hält, versucht er die Prozesse, die ihn zum Nachdenken, Innehalten und Bilanz Ziehen bringen, zu beschreiben. Er kommt zu dem Schluss:
«Im Grunde genommen ist alles Leben ein Prozess des Niedergangs».
Es klafft ein Sprung an seiner Oberfläche, wie bei einem Porzellanteller. Ruhe und Rückzug helfen nichts. Der Schaden ist irreparabel.
Gilles Deleuze wagt von außen einen analytischen Blick auf Fitzgerald. Zelda hofft immer noch auf eine Wiederkehr ihres einstigen Geliebten.
Karoline Behrens hat eine Installation der drei Texte für die Bühne, die bezwingt. In ihren Bann zieht. Denn sie hat Ernst Stötzner für die Rolle des Fitzgeralds gewinnen können. Er interpretiert die nur um sich selbst kreisenden Erklärungsversuche des einstigen Stars mit so viel Er schafft es dass die des Egozentrikers als ernsthaftes Suchen nach der Wahrheit
hamburgtheater - Kritiken für Hamburg seit 2000