Das Mädchen mit den Schwefelhölzern
Das Mädchen mit den Schwefelhölzern
Ein Musik-Theater-Märchen-Poem
Wie eine schicke Businessfrau schwebt Andrea Köhler im kleinen Kostümchen herein. Dass sie sowohl ein Engelchen sein wie auch zum Teufelchen werden kann, zeigen die weißen Flügel auf ihrem Rücken und die blinkenden Hörnchen auf ihrem Kopf. Diese kleine Person wird auf der Bühne des Monsun Theaters die Geschichte „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ dezent aus dem Hintergrund lenken. Sie wird bestimmen, wer in den Himmel oder wer in die Hölle kommen wird. Sie wird fast unbemerkt den Personen Gedanken und Ideen zuflüstern.
Gerade zur Weihnachtszeit ist das Märchen von Anderson zur besinnlichen Wertebetrachtung bestens geeignet. So fällt der Blick auf die arme Familie, die am Weihnachtstage mittellos am leeren und kalten Tisch sitzt. Der Vater lässt seine schlechte Laune gnadenlos an seinen beiden Frauen aus. Auf die Straße getrieben von ihrem hartherzigen Vater sitzt die Tochter wenig später auf dem bloßen Asphalt und versucht mit dem Verkauf von Schwefelhölzern an etwas Geld zu kommen. Mareike Marx gibt dieses Mädchen überzeugend mit wissender Unschuld.
Sven Lange hat das Märchen zu einem Musik-Theater-Märchen-Poem für Erwachsene umgeschrieben. Songs von Lutz Lenz untermalen die Stimmung auf der schlichten, eindrucksvollen, schwarz-roten Bühne. Geschmacksache ist die überzeichnete Darstellung der Personen (Christof Hemming, Christina Vayhinger), die in den Spielszenen auftreten. Auf diese Effekte hätte die Inszenierung ebenso gut verzichten können.
Birgit Schmalmack vom 29.12.08
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