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Wie geht es dem Theaterdiscounter?

Georg Scharegg, Mitbegründer und künstlerischer Leiter des Theaterdiscounters, gibt am Telefon Auskunft über die derzeitige Lage des TD. Als eine Spielstätte mit einem relativ kleinen Zuschauerraum seien sie zum Glück nicht so stark auf die Einnahmen durch den Ticketverkauf angewiesen. Denn der TD bekommt seit Jahren eine Konzeptförderung.
Zudem erlaubt ihr großer Bühnenraum immer noch 49 statt der 104 Sitzplätze. Das Team hat ein Sicherheitskonzept entwickelt, dass den Ein- und Auslass und die Lüftungszeiten regelt. Der 1,50 Meter Sicherheitsabstand wird auch ab Oktober beibehalten, somit darf man im Discounter die Masken während der Vorstellung weiterhin abnehmen. Und, wie ein Besuch am Sonnabend zeigte, den Bühnensaal nach der Vorstellung bis zur Sperrstunde als Barfoyer benutzen. Praktischerweise hat der TD dazu neben den Stühlen gleich jeweils ein kleines Tischchen deponiert.
Während des Shutdowns haben sie versucht originelle digitale Ausweichformate zu entwickeln. So konnten sie mit Hilfe von Mitteln des Senats und aus dem Fond für Darstellende Künste ersatzweise die Künstler*innen honorieren, mit denen Aufführungen geplant waren. Das Team des TD verwendet auch jetzt noch viel Einsatz darauf, Stipendien zu vermitteln, die im Rahmen der Programme „Take Care“ und „Take Aktion“ jetzt möglich werden.
Doch der Theaterdiscounter hatte noch mit anderen Problemen zu kämpfen. Anfang Mai flatterte ihm die Kündigung für Ende August ins Haus. Doch jetzt heißt es aufatmen. Scharegg kann verkünden, dass mit dem neuen Vermieter eine glückliche Lösung gefunden werden konnte.
Für die nähere Zukunft der Theater in Berlin hofft Scharegg, dass Kultur nicht als erstes wieder geschlossen werde, weil man sie für verzichtbar halte.
Er zeigt sich grundsätzlich zufrieden mit der Unterstützung durch den Senat. Mittlerweile klappe es sogar mit der Abstimmung zwischen den Aktivitäten des Bundes und der Stadt. Gerade letztere entwickele ständig neue Förderprogramme, die passgenau auf die Notlagen zugeschnitten seien. Man könne zurzeit fast den Überblick angesichts ihrer Vielfalt verlieren.

Eines betrifft Fördergelder für ein Draußenspielplan-Konzept. Das sei besonders für ihren Standort im Klosterviertel interessant, weil der Molkenmarkt in Bürgerbeteiligung völlig neu konzipiert werden soll. So will der TD sich als einer der wenigen schon vorhandenen Bespieler des Viertels in die Gestaltung gezielt mit einbringen, damit es endlich auch eine Aufenthaltsqualität erhält. So blickt Scharegg dem nächsten Jahr mit Spannung entgegen.
Birgit Schmalmack vom 10.10.20

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