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Schachnovelle

Schachnovelle
Schachvergiftung
Als die Deutschen während des zweiten Weltkrieges in Österreich einmarschierten, verhafteten sie den Österreicher Anwalt Dr. Bertram. Er kam in Gestapo-Einzelhaft. Um in der absoluten Leere und Ereignislosigkeit nicht verrückt zu werden, spielte er die Schachpartien berühmter Weltmeister nach. Und zwar im Kopf und gegen sich selbst. Bald konnte er nicht mehr feststellen, ob er noch spielte oder schon dem Wahnsinn der Schizophrenie verfallen, die diese Situation erforderte. Doch sie erfüllte ihren Zweck: Sie hielt sie seinen Geist wach und verhinderte, dass er auf die Tricks der Gestapoverhöre hereinfiel. Ein Arzt veranlasste seine Entlassung. Auf dem Schiff, das ihn außer Landes bringen soll, gerät er in die ahnungslose Gesellschaft ein paar neugieriger Vergnügungswilliger. Sie sind gerade dabei, auf der Suche nach Zeitvertreib ein Schachspiel mit dem zufällig an Bord befindlichen, amtierenden Weltmeister zu arrangieren. Sie erkennen in Dr. Bertram einen adäquaten Gegner und bitten ihn für sie zu spielen. Bertram weiß um die Gefahr dieser Bitte, die seine Spielsucht wieder aufleben lassen kann, dennoch vermag er der Versuchung nicht zu widerstehen.
Im Altonaer Theater wird aus der Erzählung von Stefan Zweig „Schachnovelle“ durch geschickte Vor- und Zurückblenden auf dem Kreuzfahrtschiff ein spannendes Theaterstück. Die Bühne mit ihren Stahlgerüsten kann sowohl zur verwinkelten Gefängniszelle mit klappernden Stahltreppen wie zur Aussichtsplattform mit Reling werden. Ole Schlosshausen lässt die labile, desolate Verfassung von Bertram nachfühlbar werden.
Birgit Schmalmack vom 17.11.08

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