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Jungle Book, reimagined, Thalia
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Blind runner, Thalia
Die Wanze, Thalia
Die Trauer des Dämons, Thalia
Over the rainbow
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Ein Leben für die Bühne
Zum Schluss sitzt Judy Garland mit schwarz angemaltem Gesicht an der Bühnenrampe und singt ihr berühmtes Lied aus dem Zauberer von Oz, das sie auch in Deutschland bekannt gemacht hat. Die „Blue Birds“ sind wie ihre Männer davongeflogen und sie ist ganz allein.
Mit 47 Jahren starb Judy Garland an einer Oberdosis Beruhigungstabletten. Der Kinderstar, der schon mit 14 Jahren bei MGM unter Vertrag genommen wurde, kannte das Bühnengeschäft, hatte seine Aufs und Abs intensiv durchlebt. Wieder einmal hoffte sie auf einen Neuanfang. Wieder sollte ein Mann diesen Neubeginn ermöglichen. Dieses Mal, mit ihrem fünften Ehemann, hatte sie sich dafür ein sehr junges Exemplar ausgesucht. Mickey Deans (Gunnar Titzmann) sollte und wollte sich als ihr Produzent mit ganzer Hingabe dieser Aufgabe widmen. Die Bedingungen waren zuvor abgesteckt worden: Judy sollte zukünftig auf Drogen und Alkohol verzichten. Doch bei ihrem ersten gemeinsamen Londoner Gastspiel wird klar, dass Judy ohne stimulierende und beruhigende Mittel nicht auf die Bühne kann. Der kühl kalkulierende Mickey weiß, dass eine Absage des Gastspiels den finanziellen Ruin bedeuten würde und füttert sie danach mit allem, was sie auf die Bühne bringt. Zunächst stiller Beobachter ist ihr Pianist und treuer Freund Anthony (Thomas Borchert). Er erkennt klar, dass Mickey nicht nur Judys sondern auch sein eigenes Wohl im Auge hat und will seine Freundin vor diesem „Retter“ retten.
Das Stück von Peter Quilter stellt nicht die Show in den Mittelpunkt sondern untersucht detailliert die Dreierbeziehung von Judy, Anthony und Mickey. Ihre wechselseitigen Abhängigkeiten, Gefühle und Wünsche werden unter der Regie von Martin Maria Blau in emotionsgeladenen Szenen aufgezeigt. Mit den drei hervorragend ausgesuchten Darstellern wird daraus eine Inszenierung, die stets den richtigen Ton trifft. Dass das bei Marion Martienzen natürlich auf die Interpretation der Judy-Songs zutrifft, verleiht dem Abend das letzte I-Tüpfelchen.
Birgit Schmalmack vom 17..7.11