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Lost

Lost
No american dreams
Die Schattenseiten des american way of life zeigt „Lost“. Nach dem Buch von Jane Martin werden die Leidensgeschichten der Looser, die in der Einöde der Rocky Mountians ihr Dasein fristen, unter der Regie von Erla Prollius im Lichthof erzählt. Die Bühnendeko kündet mit durchscheinenden Vorhängen, bunten Lichtern und roten Teppich noch vom großen Auftritt. Doch der amerikanische Traum ist für diese Gestrandeten nicht zur Wahrheit geworden. Die eine ist so einsam, dass sie den Enzyklopädievertreterbesuch wie ein Rendezvous mit einem Liebhaber inszeniert. Die andere möchte am liebsten in einem Mac Donalds wohnen, weil sie sich hier am wohlsten fühlt. Der nächste zieht den Sex mit einer Plastikpuppe den mit einer leibhaftigen Frau vor. Die nächste plant ihren Geschlechtsverkehr wie eine klinisch reine Nummer im Labor. Eine weitere Frau erzählt, wie sie ihren Mann während des Schlafes mit Benzin übergießt und anzündet und sich hinterher nur darüber aufregen kann, dass das Fernsehprogramm, das sie nun ungestört genießen wollen, nur eine Wiederholung von Miami Vice bereit hält, die sie schon gesehen hat.
Austauschbar, oberflächlich, einsam, todtraurig und haltlos sind diese Amerikaner. Konsequenterweise inszeniert sie Prollius als Nummernrevue der Einzeldarsteller. Eine Herausforderung für die sieben Darsteller, die sie aber alle gut meistern.
Birgit Schmalmack vom 11.9.06

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