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Generation Meese

Das Prinzip Meese
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Generation Meese
Die ganze Welt ein Matratzenlager mit riesigen Kissenbergen. In der eigenen Hütte, die sich ebenfalls aus ihnen bauen lässt, kann man sich einrichten und versuchen eine Existenz aufbauen. Damit ist der schüchterne Eigenbrötler Thomas beschäftigt. Anika regt das maßlos auf. Sie beschwert sich darüber, dass diese armselige Generation keine Antriebskraft mehr besitze. Sie ist eine alte Kämpferin, die keine Demo ausgelassen hat, sei es nun gegen Gorleben, Vietnam oder Nazis. Die heutige Jugend, die eigentlich per Definition dazu verpflichtet sei, sich gegen die vorherige aufzulehnen, tue dies in einer ihr ganz unverständlichen Art: Sie lehne sich allzu bequem zurück, und gebe sich mit dem erreichten Grad an Freiheit zufrieden, die frühere Generation erstritten hätten. Dabei gäbe es durchaus Missstände zu beklagen. Thomas als studierter, ausgebeuteter Zeitarbeiter kann ein Lied davon. Doch er tut aus der bequemen Lage einer Badewanne heraus, statt in den fest geschlossenen Reihen gleich gesinnter Aufständischer.
Anika Baumann und Michael Klammer spielen sich unter der Regie von Antu Romero Nunes locker und unverkrampft improvisierend durch den Text von Oliver Kluck. Das Gastspiel des Maxim Gorki Theaters aus Berlin wurde so zu einem reinen Vergnügen.
Birgit Schmalmack vom 4.6.11

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