Sie sind hier: Archiv
Zurück zu: Startseite
Weiter zu:
Theater + Stücke
Stücke A-Z
Allgemein:
Venus im Pelz, Theater Das Zimmer
How Goes The World, Thalia
Trifles und American dream, Audimax
As you want it, UP, Motte
Arme Arme Reiche Reiche, Lichthof
Jungle Book, reimagined, Thalia
Niemandes Schwester, Thalia
Akins Traum, Thalia
Underground Girls, Thalia
Blind runner, Thalia
Die Wanze, Thalia
Die Trauer des Dämons, Thalia
Fly society
Freiheitskämpfer für den eigenen Weg
Zu einer Hochenergiezone wird die K1, wenn hier eine neue Art der Fortbewegung erprobt wird. Hier werden neue Wege ausprobiert, die zeitweise die Schwerkraft aufzuheben scheinen. In der „Fly society“ wird eine Gesellschaft der fliegenden Menschen erschaffen. Sie haben sich ein eigenes Reich zwischen Springböcken, Reckstangen, Gerüstbauten und Podesten und Matten gebaut. Eigentlich ist ihr Terrain die Großstadt. Für sie sind Mauern, Wasserläufe, Treppen und Dächer keine überwindliche Hindernisse sondern Herausforderungen. Sie sind Parcourläufer und Freerunner.
Wenn Choreographin Rica Blunck von der Ex-Gruppe Coax mit diesen Leuten arbeitet, sie mit den jugendlichen Tänzern des K3-Jugendklubs anreichert, sie durch die Musik von Niels Lorenz antreiben lässt, dann wird daraus ein künstlerischer Aufruf für die Freiheit seinen eigenen Weg zu suchen, alle Hindernisse nicht aus dem Weg zu räumen, sondern elegant zu überspringen, Ängste zu überwinden und den Kick im Leben nie aufgrund möglicher Risiken zu versäumen.
Blunck fügt die Zutaten zu einem außergewöhnlichen Tanzabend zusammen, der nachhaltig beeindruckt. Er verbindet die Professionalität von hart trainierenden Könnern mit der spritzigen unverbrauchten Energie von Jugendlichen.
Doch es gibt auch die stillen Momente. Dann stehen die Nachwuchstänzer im Mittelpunkt. Standen sich die beiden Gruppen zu Beginn noch verständnislos gegenüber, so ergeben sich im Laufe des Stückes immer mehr Begegnungen. Pas de deux, bei denen eine Tänzerin von einem der Parcourläufer durch die Luft geworfen wird, oder gemeinsame Sprünge über die Podeste und Böcke, die in immer neuen Variationen gekonnt überwunden werden wollen, lassen die Energie auch zwischen ihnen fließen.
Nicht nur die zahlreichen Angehörigen im Publikum halten den Atem an, wenn die stuntähnlichen Sprungkombinationen vollzogen werden. Nicht nur die Verwandten trommeln und jubeln zum Schluss vor ehrlicher Begeisterung über die mitreißende Show.
Birgit Schmalmack vom 13.5.11