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Ein kurzer Film über die Liebe

Ein kurzer Film über die Liebe
Minimalistisch
Tommek ist ein 29jähriger biederer, junger Mann, der bei der Mutter seines besten Freundes lebt. Da dieser in einem Kriegeinsatz ist, kann die Mutter all ihren Fürsorgewillen auf den hier gebliebenen Tommek stülpen. Dessen liebste Freizeitbeschäftigung ist es die gegenüber lebende Magda zu beobachten. Die 39jährige Künstlerin führt ein Leben, das viel Stoff für Tommeks erotische Fantasien bereithält.
Der schüchterne Mann inszeniert persönliche Begegnungen und gesteht ihr nach einigen Anläufen seine Liebe. Sie ist so vom Leben verbittert, dass sie sich in die Vorstellung geflüchtet hat, dass so etwas wie Liebe nicht existiere. So hat sie nur Spott für Tommeks Gefühle übrig. Erst sein Selbstmordversuch bringt sie zum Nachdenken. Vielleicht wäre es schön gewesen, an seine Vorstellung von der Liebe zu glauben?
Sehr minimalistisch hat Max Claessen den „Kurzen Film über die Liebe“ nach einem Filmstoff von Kieslowski inszeniert. Drei Stühle stehen aufgereiht auf dem schmalen Bühnenpodest im Nachtasyl Claessen setzt ganz auf die kargen Wortwechsel, um die melancholische Stimmung des Films zu erzeugen. Nur ein paar Klänge aus dem altmodischen Plattenspieler oder dem winzigen Fernseher lässt er neben der Sprache zu. Ein wenig mehr atmosphärische Unterstützung hätte die Wirkung der drei hervorragenden Schauspieler (Leila Abdullah, Daniel Hoevels, Angelika Thomas) sicher noch steigern können.
Birgit Schmalmack vom 24.6.08

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