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Ehr de Sünn ünnergeiht

Ehr de Sünn ünnergeiht
Ausbrechen verboten
Matthias Clausen hat nach dem Tode seiner Frau mit dem Leben abgeschlossen. Trotz seiner vier Kinder fühlt er sich so einsam und hoffnungslos, dass er ihr folgen möchte. Doch dann lernt er Inken kennen. Der Siebzigjährige verliebt sich in die junge Frau- und sie sich in ihn
Da regt sich der Widerstand seiner Familie. Sie fürchten um ihr Erbe, um ihren Ruf, um ihre Familienehre. Clausen ist fest entschlossen; für ihn ist diese junge Liebe eine Frage von Leben oder Tod. Doch die Familienmitglieder sind unfähig ihrem Vater ein Recht auf sein spätes Lebensglück zu gestatten. Unversöhnlich stehen sich die Menschen, die bis eben eng verbunden waren, gegenüber. Clausen bricht mit seiner Familie. Doch so leicht gibt die Familie nicht auf: Sie kämpft mit allen Mitteln gegen diese für ihre Begriffe unwürdige neue Beziehung und beantragt die Entmündigung ihres Vaters. Zum Schluss werden die Kinder das erreicht haben, was sie wollten: Clausen macht den Weg frei für seine Nachkommen.
Das Drama von Gerhard Hauptmann thematisiert „Vor Sonnenaufgang“ Sehnsüchte, Hoffnungen, Erwartungen, Ansehen, Ruf und Ehre. Hauptmann zeigt die äußeren Zwänge der Gesellschaft, die die Menschen in eine vorgefertigte Rolle zwängen.
Die beiden Hauptdarsteller sind innerhalb des großen, versiert agierenden Ensembles wunderbar besetzt. Joachim Bliese spielt die Leere, die er trotz aller öffentlichen Anerkennung empfindet, ebenso überzeugend wie seine neu gewonnene Lebenslust mit Inken. Bei Sonja Stein spürt man den jugendlichen Übermut ebenso wie die tiefe Tragik, in die sie ihre unverbrüchliche Verbundenheit mit Clausen reißt. Regisseur Frank Gruppe hat am Ohnsorg Theater „Ehr de Sünn ünnergeiht“ als eindringliches Kammerspiel inszeniert, das sensibel die Beweggründe aller Personen beleuchtete.
Birgit Schmalmack vom 15.10.09

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