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Die Verwandlung

Die Verwandlung
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Gregor Samsa, der Käfer
Plötzlich eines Morgens wacht Gregor Samsa auf und muss feststellen, dass er sich in einen dicken, braunen Käfer verwandelt hat. Sein Beruf als Vertreter hatte bisher die ganze Familie ernährt. Nun aber wird das riesengroße Insekt, das zwar die Sprache der Anderen noch verstehen, aber selbst nicht mehr verstanden werden kann, zu einer Belastung für die Eltern und die Schwester. Er muss gefüttert, gereinigt und ein leeres Zimmer zur Verfügung gestellt bekommen, kann aber selbst nichts mehr zum Wohle der anderen beitragen. Er ist nutzlos geworden.
Die Erzählung von Kafka zeigt die Welt aus der Sicht eines Menschen, der sich langsam zu einem Tier entwickelt. So emsig und so bedürfnislos wie ein Käfer hatte Samsa bisher für die Familie geschuftet. Emsig und brav ohne nachzufragen hatte er für seinen hartherzigen Chef die Aufträge hereingeholt. Sein Geist, seine Intelligenz und seine eigene Meinung waren nie gefragt gewesen. Wie ein Tier hatte er gearbeitet. Doch als er sich konsequenter Weise in ein solches verwandelt, wird seines Existenz sinnlos.
In der Inszenierung des Staatstheaters Saarbrücken bringt Regisseur Jörg Wesemüller den Text nach Streichung der Nebenhandlungen auf die Bühne - als Monolog des Schauspielers Merten Schroeder. Das ist eine schauspielerische Hochleistung. Man kann seiner körperlichen und sprachlichen Verwandlung zu einem Insekt förmlich zusehen. Schroeter lässt die Sprache Kafkas voll zur Entfaltung kommen. Das erfordert nicht nur vom Schauspieler sondern auch von den Zuschauern Anstrengungs- und Konzentrationsbereitschaft über die fast zwei Stunden dauernde Aufführung.
Birgit Schmalmack vom 18.7.08

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