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Although I live inside

Although I live inside
Jeder Mensch ist ein Tänzer
„Meine Haare reichen bis zur Sonne.“ Gewaltige Mähne, schimmernde dunkle Haut, wippender Gang, goldene Schuhe, goldener Badeanzug, provozierendes Lächeln – schon das Auftreten der Tänzerin Sophiatou Kossoko ist eine Show. Doch mit der Zurschaustellung ihres Aussehens gibt sie sich nicht zufrieden. „Ich bin eine zeitgenössische Tänzerin.“ Sie wolle ein Stück, das ihrem Können entspreche. So schildert sie ausführlich die Auseinandersetzungen, die sie mit der Choreographin Robyn Orlin über das Konzept der Arbeit geführt hat.
Zwischen kurzen Tanzeinlagen, die mehr laszive Erotik als zeitgenössischen Tanz zeigen, reiht sie sorgsam kleine bunte Gießkannen werden auf. Aufblasbare Swimmingpools folgen. Dass dazu die ersten Zuschauer ihre Plätze räumen müssen, sorgt für etwas Aufregung und Bewegung im Publikum. Dann kann auf den Treppenstufen in der K1 ein Wasserfall aufgebaut werden. Wenn der oberste Pool voll ist, schwappt sein Wasser in den darunter liegenden, bis der letzte auch mit Wasser gefüllt ist.
Diese Installation wird gebraucht: Einerseits um über die Wichtigkeit von Wasser zu philosophieren – besonders in Afrika. Andererseits wird das Wasser gebraucht, um zu einem Community-Dance der besonderen Art zu animieren. Kossoko schafft es tatsächlich, auch die etwas schüchternen deutschen Zuschauer von ihren Plätzen zu bewegen, ihre Schuhe auszuziehen, ihre Füße zu waschen und mit ihr auf der Bühne zu tanzen. Wie in Afrika, einfach tanzen! meint sie immer wieder selbstironisch. „Jeder Mensch ist ein Tänzer!“
Für die Zuschauer, die sich auf die Tanzfläche wagten, war es ein großer Spaß, für die, die sitzen blieben, eine kleine Studie in Sachen Mitmachtheater. Der angekündigte interkulturelle Dialog blieb dabei nur angedeutet.
Birgit Schmalmack vom 18.8.10

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