Kiezstürmer 2024 Von Anfängen und Schlüssen, von Klamauk und Idealen: Alles zu sehen bei den Kiezstürmen 2024 im St.-Pauli-Theater    State of Affairs, Thalia Sie tut zwar so, als wenn sie deutliche Botschaften hätte, aber konterkariert sie dann durch ihr Tun auf der Bühne, das genau so selbstverliebt, egoistisch und kleinkariert wie das aller anderen ist, die sie angeblich mit wohlfeilen Appellen beeinflussen wollte. Doch: Kein Gandhi in Sicht. Das ist eigentlich die desillusionierende Botschaft dieses Stückes, auch wenn es mit seiner Eingangs- und Schlussszene kurz mal so tat, als könnte es anders sein.(Foto: Krafft Angerer)    Das andere Sprechen, Lichthof Ein sehr eindrucksvoller, vielschichtiger Abend, der eine wunderbare Bühnenkünstlerin zeigte, die eine Ausdrucksstärke auf die Bühne brachte, die absolut beeindruckte. Wenn man bedenkt, dass sie auch noch Dramaturgie, Konzept, Choreographie und Performance bewältigte, kann man nur sagen: Alle Achtung, ein großes Bühnentalent.    Die Schattenpräsidentinnen, DSH So ist dieser desillusionierende Abend vor allem eines: Ein großer Spaß, dem aufgedrehten Spiel der absolut überragenden Schauspielerinnen auf der Bühne zuzusehen. In den irrwitzig aufgepumpten Kostümen und aufgetürmten Frisuren beherrschen sie allesamt ihr Comedyfach in höchster Perfektion. Bauer kombiniert das mit einer gekonnten Allegorie auf tatsächliche Verhältnisse und damit einer Portion nicht ganz neuer Erkenntnisse, zu was eine vorgebliche Demokratie verkommen kann. In Deutschland mag man zum Schluss aus dem Theater gehen und denken, dass es hier nicht ganz so schlimm bestellt sei, doch wer kann sich da ganz so sicher sein?    Die Ärztin, EDT Dennoch zieht das Stück die Zuschauer:innen in seinen Bann. Nie wird zu dick aufgetragen, immer bleiben die Figuren glaubwürdig und verkommen nie zu einer Repräsentationsfläche. Das gilt bis in die kleinste Nebenrolle. Immer haben die Menschen auf der Bühne auch noch eine zweite Seite, die das divers und hervorragend besetzte Ensemble nachfühlbar interpretiert. Zum Schluss gab es begeisterten Applaus und Standing Ovationen. Verdient, denn das Stück scheut keine Konflikte und beleuchtet dennoch alle Aspekte wohl differenziert. (Foto: Fantitsch)