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Spiel von Liebe und Zufall

Das Spiel von Liebe und Zufall



Falsche Fuffziger

Silvia (Simone Bungard) misstraut der äußeren Hülle der Männer. Ihren zukünftigen Ehemann, der ihr von ihrer Mutter (Yvonne Christ) besorgt wurde, will sie lieber ganz genau unter die Lupe nehmen. Dazu tauscht sie mit ihrer Dienerin (Isabelle Fortagne-Dimitrova) die Rollen und kann ihn so unentdeckt begutachten. Dass der Zukünftige (Maximilian Ponader) genau die gleiche Idee hatte und ebenfalls seinen eigenen Diener (Tomek Nowicki) spielt, könnte die Angelegenheit verkomplizieren. Doch Autor Marivaux lässt die Gefühle der Beteiligten streng entlang ihrer Standesgrenzen sprießen und sorgt so nach etlichen Verwicklungen für ein wohltuendes Happy-End mit zwei glücklichen Paaren.

Regisseurin Katharina Röther arrangierte schon zum dritten Mal ein leichtes Sommertheater in St. Georg. Die diesjährige Verwechselungs- und Verkleidungskomödie "Das Spiel von Liebe und Zufall" nimmt augenzwinkernd die Liebes-, Heirats- und Standesprobleme aufs Korn. Spaß machen nicht nur die glückliche Fügung des gnädigen Schicksals, die humorvolle Interpretation der Figuren sondern auch die ironische Fantasie des Zuschauers, der sich ketzerisch die Frage zu stellen wagt: Was wäre denn wohl, wenn die Verliebten sich doch nicht so passend paaren würden. Die Schauspieler spielen geschickt mit den Mitteln der leichten Überziehung, ohne aber jemals die Glaubwürdigkeit ihrer Personen in Frage zu stellen.

Falls jemand die Gelegenheit zu diesem Open-Air-Theatererlebnis verpasst haben sollte, hat er zwei weitere Gelegenheiten am 8. und 15. August in der "Sternchance".

Birgit Schmalmack

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