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Sophie, Ernst Deutsch Theater

Sophie, Ernst Deutsch Theater



Wir sind aus Zeit gemacht

Die Zahlen laufen an den Seitenwänden durch. Zu Beginn ist Sophie sechs, am Ende 87 Jahre alt. Ein ganzes Frauenleben. Mit vielen Auf und Abs. Doch an ihrem Lebensende ist Sophie zufrieden. Sie ist glücklich mit ihrem Leben. Obwohl ihre Umwelt sie bedauert. Sie lebt mit dem dementen Daniel zusammen, in dem sie das Kind wieder erkennt, mit dem sie sich im Lebensalter von sechs gespielt hat. So schließt sich der Kreis. Endlich hat sie die Staffelei aus der Ecke geholt und darf sich ihren Traum erfüllen: Sie darf malen. Endlich hat sie den Freiraum dafür, der ihr zuvor durch die Aufgaben als allein erziehenden Mutter von zwei Kindern und die Pflege ihrer kranken Mutter fehlte. Da litt sie and er Hausfrauenkrankheit. Ständig rotierte in ihrem Kopf einen ellenlange To-Do-Liste von lästiger unwichtigen Alltagspflichten, die ihr die Aufmerksamkeit für die eigentlich spannenden Fragen des Lebens raubten. Wie schon ihr Vater hat sich auch ihr Ehemann davon gemacht, weil er sich in eine andere verliebte. Keines ihrer selbst gegebenen Versprechen im Kinderalter (keine Scheidung, keine Kinder) hat sie gehalten. Das Leben stellte die Aufgaben, Sophie blieb keine andere Wahl als sie zu lösen.
Das Stück der Niederländerin Roos Ouwehand ist aus dem Leben gegriffen und versieht es mit einer versöhnlichen, altersweisen Draufsicht. das Leben ist ein Kreislauf. Die Zeit ist immer ein Jetzt. Die Kinder wiederholen die Fehler ihrer Eltern und während die Großeltern sterben, werden die Enkel zu Jugendlichen, die bald die Erwachsenen ersetzen werden. Das hat etwas Tröstliches und etwas Ernüchterndes. Keiner kann den Herausforderungen des Lebens und seinen eigenen Fehlern entkommen. Sophie steht im Mittelpunkt des Kammerspiel, das nur in ihrem Kinderzimmer spielt. Um die Hauptdarstellerin Anika Mauer gruppieren sich ihre Lebensgefährten, von Daniel, über Vater und Mutter, ihrer jeweiligen Partner, Kinder und Enkel. Sophie wird immer älter und gebeugter und bleibt doch immer die gleiche. Auch wenn die Dramaturgie des Stückes bald durchschaubar ist, machen die Mitwirkenden aus dem Kammerspiel unter der Regie von Antoine Uitdehaag einen durchaus sehenswerten, netten Abend.
Birgit Schmalmack vom 9.4.19



Harmonim, K 3
Hauptsache Frei, 2019

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